Von den Schlechten verlacht zu werden ist fast schon ein Lob.
Erasmus Desiderius von Rotterdam (holländischer Philologe und Philosoph)
Archiv für Januar 2008 Seite 7 von 10
Fy fan!
Heute wollen wir uns doch mal wieder ein kleines bißchen um die Etikette beim Fluchen bemühen – und daher habe ich fy fan ausgesucht, denn diese Wendung benutzt der gemeine Schwede schon inflationär, eigentlich beim allem, was nicht so läuft, wie es geplant, gedacht oder vorgesehen war. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob der gemeine Schwede in der Öffentlichkeit ist oder unter dem Dache seines Hauses. Wörtlich übersetzt meint dies:
Pfui Teufel!
Allerdings würde ich diesen Ausdruck nicht als Ausruf des Ekels sehen (wie im Deutschen), sondern vielmehr wäre das deutsche Äquivalent soviel wie:
- verdammter Mist
- verdammte Scheiße
- verdammt nochmal
Wer also in Schweden im Supermarkt eine Flasche Ketchup fallen läßt, dem sei angeraten, ganz laut und ohne zu Zögern fy fan in die Welt zu posaunen! Ich garantiere, alle Herumstehenden werden mehr als beipflichten und keiner käme auf die Idee, einen auch nur einen Hauch schief anzugucken.
Warum die Schweden es allerdings so mit dem Teufel (und auch der Hölle) haben, weiß ich noch nicht so genau, aber beides wird uns auch in Zukunft bei der Besprechung von schwedischen Kraftausdrücken über den Weg laufen.
Verehrtes Publikum, ich darf nun wieder mal meine Userzahlen offenlegen, allerdings für die letzten drei Wochen, also vom 24/12/2007 – 13/01/2008:
- Besucher: 562 Besuche
- Seitenaufrufe: 1.284
- durchschnittl. Verweildauer: 2 Minuten und 15 Sekunden
- Traffic: aber ganz genau 270 MB
Und die Webcam kommt diesmal mit ungefähr 50 MB daher, war sie doch eigentlich fast nie an, zumindest in den letzten 21 Tagen.
Und was sagen uns nun diese Zahlen?
- Ich war im Urlaub – keine Aktualisierung.
- Die Leser waren im Urlaub, kaum Besucher.
- Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist übel.
- Die Kamera stand bis 8/1 unbeaufsichtigt in Falun, Quatsch konnte sie nicht machen.
- Ferien sind was ganz schlimmes!
Allerdings ist intern schon zu sehen, daß die Zahlen wieder anziehen, man merkt förmlich, daß langsam wieder der Alltag auch den Letzten eingeholt hat.
Interessant immerhin ist, daß Suchanfragen auf meine Seite zunehmen. Dabei kommen sehr interessante Querverweise auf meine Seite heraus, hier eine kleine Auswahl der Stichwörter, die auf google gesucht wurden und letztenendes bei mir landeten (innerhalb der letzten 21 Tage):
- blog musterung jena
- blitzeis 7 januar 2008
- donnerlittchen
- frau schnatterliese
- buchungsfehler bei air berlin
- blog du ahnst es nicht
- bahnwärter thiel diktat
- arlanda notlandung 11 januar
- rollator billig
- väder i sverige
- schwuchtel newsletter
Es sieht also doch fast danach aus, als entwickle sich mein Blog zu einer Fundgrube, die alles für jeden überall parat hat. Nur ich selber weiß nicht ganz so genau, wie ich zu solch Ehre komme. Dies weiß nur das Internet! Und so schauen wir einfach, was diese Woche passiert – es kann nur noch besser werden!
Das Wochenende geht seinem Ende entgegen, und ich kann sagen, voller Stolz und mit Inbrunst, daß die Woche wirklich effektiv von mir genutzt wurde – für absolut rein gar nichts! Weder wurde gelernt noch studiert, es wurde NICHTS, NICHTS und nochmals NICHTS gemacht. [...] Fortsetzung ‘Faulsein ist schön!’
IKEA
Zum heutigen schwedischen Wort wurde ich durch eine Doku auf PHOENIX inspiriert, bei welcher es mir zuweilen die Schuhe auszog als Bewerber für den damals neuen IKEA in Erfurt bei einer Info-Veranstaltung gefragt wurden, ob sie wüßten, was IKEA bedeutet! Und dann schrillten die Alarm-Glocken. Nicht ein einziger Bewerber wußte, daß IKEA neben schwedischen Möbeln auch noch eine handfeste Bedeutung hat – die man als vielleicht zukünftiger Mitarbeiter wissen sollte! So derartig offen und blöde hätte ich nie die Hosen runtergelassen, schon gar nicht in Zeiten des WWW.
Zunächst stellen wir fest, daß IKEA offensichtlich ein Akronym ist, also ein Wort, daß aus den Anfangsbuchstaben mehrer Wörter besteht und als Kunstwort gehandhabt und teilweise als ein eigenes Wort ausgesprochen wird. Prominente Beispiele in der deutschen Sprache wären der TÜV (technischer Überwachungsverein) oder die TUI (früher für Touristik Union International AG). Wie auch immer, IKEA bedeutet weder im Schwedischen noch im Deutschen etwa Idioten kaufen einfach alles oder Idioten kaufen eben alles, nein, IKEA bedeutet in seine Einzelteile aufgebröselt:
Ingvar Kamprad - Elmtaryd – Agunnaryd
Jo, und was soll dies nun heißen? Alles ganz einfach. Ingvar Kamprad ist der Gründer von IKEA, der mit 17 Jahren den Grundstein für sein Imperium legte. So haben wir die ersten zwei Buchstabe von IKEA.
Elmtaryd heißt bis heute der elterliche Bauernhof, auf dem Kamprad aufgewachsen ist, allerdings wird er nun anders buchstabiert, nämlich Älmtaryd. Zwar hat eine Schwester Kamprads mal versucht, die alte Schreibweise wiederzuerlangen, allerdings wurde ihr dies verwehrt. Fehlt eigentlich nur noch der letzte Buchstabe von IKEA, was aber nun ganz einfach ist. Der Hof, auf dem also Kamprad aufwuchs, liegt in Agunnaryd, einem kleinen Ort innerhalb der Kommune Ljunby. Und ganz serviceorientiert hier eine Karte:
Das war doch nun also nicht so schwer, das hätten doch die Bewerber auch noch herausbekommen!!! Übrigens, wer denkt, IKEA ist ein schwedisches Unternehmen durch und durch, der irrt. IKEA gehört nämlich inzwischen einer Stiftung, die ihren Sitz in den Niederlanden hat mit Namen Stichting INGKA Foundation. Stiftungen müssen in den Niederlanden kaum Steuern bezahlen und zudem kann eine Stiftung nicht feindlich übernommen werden. So hat der alte Schwede Kamprad also seine Schäfchen ins Trockene gebracht. Wer das noch nicht so ganz versteht: >>> hier gibt es ein Organigramm. Dennoch, um die Gemüter zu beruhigen, das gesamte Konzerngeschehen findet natürlich in Schweden statt. In diesem Sinne – fröhliches Shoppen beim niederländischen Großkonzern der Schweden!





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