Archiv für August 2008 Seite 3 von 3



Ein schwedisches Wort – nr. 36

(en) ö

Ja, aus gegebenem Anlaß gibt es mal wieder ein schwedisches Wort, auch wenn ich eigentlich momentan recht frei von Schwedisch bin, es sei denn, was hin und wieder passiert, ich kann schwedischen Berlinbesuchern beim Auffinden von Straßen weiterhelfen. Dennoch benutze ich, wie man sicher schon festgestellt hat in einigen Kommentaren, immer ein Ö, aber ein deutsches ist es nicht, nein, es ist ein schwedisches Ö. Und es ist wohl das kürzeste Wort, das mir bisher in meinem Leben untergekommen ist. Und nun trifft es sich auch noch, daß jenes Ö ein Reiseziel von mir ist, zu welchem ich mich am Mittwoch hinbegeben werde. Von Berlin HBF um 8.22 Uhr ab, mit einem IC, dessen Endstation auch was mit einer Ö zu tun hat, aber nicht mit der, die ich aufsuche. Bedauerlich nur, daß der IC zwanzig Minuten sinnlos in Hamburg rumsteht, was aber nichts zur Sache tut. In Niebüll wird dann ein Umstieg notwendig, um in wahnsinniger Geschwindigkeit nach Dagebüll zu rasen, es wird aber kein ICE sein. Dort werde ich dann ein entsprechendes Wasserfahrzeug besteigen, um dann letzten Endes die Ö irgendwie zu erreichen. Und dann ist erst mal Schluß mit Autos und Blaulichtern, singenden Biermeilenbesuchern, Verkehrsbehinderungen und Hitzewallungen in der kälteresistenten Platte. Genau. Außerdem kein Blog, kein Handy, NICHTS. Also auch hier, wie beim Renke, Auszeit. Nun, ich denke, ein jeder sollte nun verstanden haben, was eine Ö bedeuten könnte? Ach, und wenn ich den bestimmten Artikel benutze, verlängert sich die Ö zur Ön – jättespännande, nicht wahr? Und spräche ich nun von mehreren, aber unbestimmt, dann sind es schon Öar, und wenn ich nun ganz viele bestimmte meine, verwandeln sie sich zu Öarna. Verwirrt? Macht nichts – rein gar nicht, denn normalerweise steht hier ja immer nur was von einer Ö. Und dann meint der Renke ganz einfach:

eine Insel

So sage ich in diesem Sinne schon mal auf Wiedersehen, Berichte und Fotos gibt es dann nicht vor nächsten Dienstag, über die Ö. Und wer nun nicht weiß auf welcher Ö Renke sich befindet, dem gebe ich eine kleine Hilfe:

Det finns tre öar där och jag stannar varken på den största eller på den minsta!

Rotierende Natur!


© Foto: Sabine Siefert

Tornado vor Föhr am 3. August 2008 gegen 13.15 Uhr, Dauer ca. 5 Min.
Einen Dank an >>> Sabine Siefert für die Einstellgenehmigung auf meinem Blog.

Meilenranderfahrungen!

Oh Gott sei Dank, in ein paar Stunden ist sie wieder Geschichte, die jährliche >>> Berliner Biermeile. Freitagabend setzte hier mehr oder weniger das Chaos ein, es wurde chic, schon um 18 Uhr besoffen in der U-Bahnlinie 5 zu sitzen, gar modisch, wenn Pappa mit offenem Hemd umherlief und Eßgewohnheiten preisgab, Wampenschieben genannt. Hipp war es, des nächtens grölend durch die Allee hier zu laufen und zu klingeln, im Rausche die Ampel ansingend und ihre farbliche Schönheit preisend. Gar Liebe drückte man im Minnegesang aus, an die Ampel, da half auch nicht ein Hinweis, daß besungene Schönheit eigentlich nur eine stinknormale Ampel sei. Bei einigen Autofahrern sorgte dieser ganze Trubel letzten Endes sogar für fahrtechnische Aussetzer, die in einem Drei-Bumser endeten und der fröhlichen Polizei lokale Aufräumarbeiten bescherte, und ein kleines Verkehrschaos für die Anreisenden dazu. Es muß sicher nicht erwähnt, daß zur Biermeile schlendernde Halbnüchterne beim Erleben des leichten Ineinanderschiebens abfeierten. Fehlte doch eigentlich nur noch, daß sich alle nackt ausziehen, die Rollschuhe anschnallen und fahrend den Frieden besingen. Prost!

Ganz schnell festgestellt:

Auch wenn ein großes Wetterportal meinte, heute ginge die Post im Osten ab, kann ich nun mitteilen: alles Warten war umsonst. Im Gegenteil, inzwischen ist es hier nicht nur verdammt warm, so mitten in der Nacht, nein, nun ist auch widerlich feucht, tropisch, weil es zwar regnet, aber irgendwie die Abkühlung nicht eintreffen will. So langsam werde ich irre hier – da eben kein Gewitter vorbeiguckte, und außerdem der Süden und Westen des Landes Anstalten machen, solche für sich allein zu beanspruchen. Mich wunderte es nicht, wenn man hier in fünf Jahren den >>> Schrecklichen Pfeilgiftfrosch in der U-Bahn antreffen würde, wir nähern uns seinem optimalen Lebensraum ja immer mehr an. JÄVLA SKIT!

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