Archiv für September 2008

aufgesammelt nr. 190

Die Sklaven haben Tyrannen gemacht, der Blödsinn und der Eigennutz haben die Privilegien erschaffen, und Schwachheit und Leidenschaft verewigen beides.

Johann Gottfried Seume (dt. Schriftsteller und Dichter), >>> Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Vorrede.

Fru Gårman!

Schweden bekommt ein neues Verkehrsschild, das Fräulein (fru) Gehmännchen (gårman) wird in Zukunft wohl, nach Jahresfrist und Zustimmung der Regierung, Fußgängerüberwege säumen. Unklar ist derzeit nur noch, ob sie gleichberechtigt mit ihrem männlichen Partner an jedem Übergang auftaucht, oder aber genau gezählt wird: Hälfte : Hälfte. Das hat die schwedische Behörde Vägverket bisher nicht ausreichend mitgeteilt und dem Autofahrer erklärt.

Neben der Gleichstellung wird übrigens als Einführungsgrund angeführt, daß man mit diesem Schild den Erschaffer des eigentlichen (männlichen) Gehmännchens ehren will.

Ich selber sage dazu mal nichts, meine aber, Alice Schwarzer kriegt bestimmt eine bretterharte Abfahrt im Kopf, sieht sie dieses neue Schild, besser kann doch Gleichstellung von Mann und Frau im praktischen Leben nicht stattfinden, ohne Rücksicht auf Verluste.

Und um das neue Schild bestaunen zu können, folge man einfach >>> diesem Link hier.

Ja, ich bin ein Füllerkind!

Und auch wenn man es nicht glauben mag, derzeit leide ich unerwartet heftig darunter. Die Deutschen sollten das ja kennen, Klasse 1, die Fibel unter dem Arm, frohen Mutes in der Schule, begierig, endlich das Schreiben zu erlernen. Und wie macht man das gewöhnlich? [...] Fortsetzung ‘Ja, ich bin ein Füllerkind!’

aufgesammelt nr. 189

Egoisten sind wir alle, der eine mehr, der andere weniger. Der eine läßt seinen Egoismus nackend laufen, der andere hängt ihm ein Mäntelchen um.

August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (dt. Schriftsteller und Dramatiker), >>> Menschenhaß und Reue. Schauspiel in fünf Akten. (Fünfter Akt, dritte Szene, Graf)

Reflexionen ums Verrecken!

Ach, wie herrlich so ein Wochenende sein könnte, nicht wahr!?! Faul in der Ecke sitzen, mit Freunden die Küche unsicher machen, Elche jagen gehen, Vodka-Flaschen leeren, sinnlos vor dem PC hocken, vielleicht ein Büchlein lesen, mit den Pflanzen reden, Mathilda beschäftigen, musikalisch die Hütte aufreißen (damit die Nachbarn auch etwas davon haben), Murmeln rollen, den LIDL sprengen, usw.

Könnte. Anstatt dessen sitze ich hier, mal wieder, über Reflexionen, die mir abverlangt werden, ums Verrecken, egal, ob bedeutungsschwanger, moralinsauer bzw. sinnvoll, oder eben nicht. Egal, ob man dem Buche etwas abverlangen konnte, egal ob alles schon im Seminar gesagt, man reihert was aufs Papier, mit Würgen und Kratzen – es will nicht recht.

Und dafür geht dann ein ganzes Wochenende drauf – naja, zumindest der ganze Sonntag. Die Faxen dicke hat, der Renke, sein Unmut wächst und gedeiht. Vielleicht kann dieser ja dann am nächsten Freitag im Seminar einer Gruppentherapie dienlich sein, der grollende Unmut?

aufgesammelt nr. 188

Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich.

William Blake (engl. Dichter und Maler), Die Hochzeit von Himmel und Hölle

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