Es ist ein komisch’ Ding, das mit den Temperaturen, der Natur, dem Wetter. Denn, obschon wir in der letzten Nacht erstmals weit unter der Null-Grad-Grenze waren, ganze vier Zähler im Minus, scheint außer dem Menschen hier keiner so richtig den nahenden Winter ernst zu nehmen. Im Gegenteil, Getier und Pflanzen muten sich zu, zwischen spätem Sommer und Herbstanfang hin und her zu pendeln, der Kälte augenscheinlich zum Trotz. [...] Fortsetzung ‘Natürliche Verwirrungen!’
Archiv für September 2008 Seite 5 von 8
Also spannend ist dieser Freitag allemal, es scheint, die Betonung liegt aber auf scheint, als solle dem Norden das gleiche Schicksal blühen wie der Schweiz: >>> Lufthansa kommt und übernimmt die einheimische Fluglinie. In diesem Fall wäre das >>> Scandinavian Airlines (SAS), deren eine Hälfte übrigens den Staaten von Dänemark, Schweden und Norwegen gehört.
Die Nachricht von angeblichen Kaufinteressen seitens der Lufthansa schlug in Schweden leicht ein wie eine Bombe und wirkte bis auf die Stockholmer Börse, welche die Aktien der SAS am Freitagmittag vom Handel aussetzte, obschon sämtliche Nachrichtenquellen davon sprechen, daß weder Lufthansa noch SAS irgendetwas bestätigen oder dementieren wollen. Davon mal absehen, zeichnet sich SAS seit Monaten dadurch aus, daß >>> Streiks, >>> Haverien bzw. >>> Notlandungen und zuletzt das Unglück der >>> Tochter Spanair in Madrid die Bilanz vermiesen und erheblich am Image kratzen. Es wurde schon des öfteren gemunkelt, daß SAS ein Übernahmekandidat sein könnte, allerdings wurde das bisher nicht so explizit in Richtung Lufthansa ausgedrückt, die wiederum, laut schwedischer Quellen, am 24. September wohl auf einer Aufsichtsratssitzung über nicht näher bezeichnete weitere Investitionen entscheiden will.
So unspezifisch sich das nun alles anhört, hier in Schweden geht man anscheinend von davon aus, daß die Gerüchte einen wahren Kern beinhalten müssen, sämtliche >>> Onlinemedien im Lande >>> berichten hierüber, nur leider eben sehr schwammig. Dennoch wäre es meiner Ansicht nach wirklich unheimlich schade, verlöre der Norden sein Gesicht im Himmel, auch wenn ich nicht allzu oft mit SAS durch die Welt fliege, ist mir das einfach gehaltene >>> blaue Logo ans Herz gewachsen und vermißte ich doch das “Varmt välkommen ombord på SAS”. Aber auch die Schweden werden wohl, so sich die ganze Sache verfestigt oder gar bewahrheitet, nicht um die Globalisierung herumkommen und letzten Endes genauso sang- und klanglos vom Himmel verschwinden, wie es einst die >>> Swissair/Swiss International Airlines vollführt hat. Denn was nutzt ein Name, wenn er doch nur des Images wegen hochgehalten wird, im Hintergrund davon aber gar nichts mehr übrig geblieben ist?
Nachtrag (17.00 Uhr): So fix geht das – inzwischen scheint es nicht mehr so, als täte sich da was am Himmel, vielmehr >>> ist dem so, wie auch in Deutschland >>> berichtet wird.
Auch wenn ich in den letzten Tagen immer wieder vor mich her genörgelt habe, ich hätte doch gern mal wieder einen Tag für mich, so zum Ausschlafen und zum Alles-andere-als-Reflektieren-Tun, daß ich den nun mehr oder weniger im Bett verbringen muß, jenseits der geplanten Vorlesungen, das finde ich schon recht bedauerlich, wenn ich nicht sogar recht ungehalten sein sollte. Einen dicken fetten Hals habe ich nämlich, von innen versteht sich, über Nacht gekommen. Wie fies. Eine richtig ausgewachsenen Erkältung dazu. Der Kopf, herrje, der Kopf, der fühlt sich inzwischen an wie ein ausgepreßter Apfel, allerdings darf er das ruhig, nach dem Reflexionsmarathon sei ihm das zugestanden. Nur frage ich mich, wie ich nun, so gesund wie ich inzwischen lebe, durch einen kleinen Virus, sollte es keine >>> Verschwörung sein, mal wieder niedergestreckt werde? Wurde ich etwa durch die Huduvstaden infiziert, so über das Telefon? Oder sind die Mitwohner schuld, die schon seit Tagen mit triefenden Nasen durch die Gänge schlurfen? Oder eigentlich alle in der Högskolan??? Fragen, die die Welt bewegen, nicht wahr. Naja, so kann ich also, nach tagelangem Unistreß, vermelden: Pause. Alles chic, bwz. eigentlich wie immer, vor allem das Wetter schickt sich kaum an, mal für einen goldenen Herbst zu sorgen. Da kann ich doch nun, zwar leicht angeschlagen, aber doch recht entspannt, faul auf dem Bette liegen, mal wieder Trivialliteratur denn Sprachdidaktiksgedöns konsumieren und den Tag einen Tag sein lassen. Bevor ich dann am Wochenende wieder das tue, was gestern, morgen und wohl für alle Zeiten meine Ausbildung bestimmt: reflektieren.
Laßt die Menschen, nur Ein Menschenalter hindurch, nicht mehr laut mit einander denken dürfen; und seid gewiß, sie haben ihre Denkkraft verloren.
Johann Jakob Engel (dt. Philosoph und Schriftsteller), >>> Schriften. Dritter Band: Der Fürstenspiegel





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