Die alten Deutschen, sie wohnen auf beiden Seiten des Rheins, sie liegen auf Bärenhäuten und trinken immer noch eins.
Wilhelm Ruer (dt. Dichter), Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1875). Nr. 631 – Tacitus und die alten Deutschen, Strophe 10.
Archiv für Oktober 2008 Seite 3 von 9
höstlovet –
die Herbstferien
Und diese, also die Ferien (ett lov) im Herbst (höst), haben für mich heute um Punkt 12 Uhr, für meine Achte und Neunte etwas später, so gegen 14 Uhr begonnen. Was dann auch nichts anderes heißen soll, als daß ich die kommende Woche von Schunkel-Schnell-Fahrten im Bus nach Svärdsjö verschont bleibe, die Uhr morgens um fünf ihre Stunde schlagen kann, wie sich möchte, ich werde es nicht mal der Kenntnisnahme zuführen, die Bücher im Regal bleiben und keiner sich einer meiner gnadenlosen Grammatikfragen stellen muß, es sei denn, mich beliebt es, die Küche zu terrorisieren.
Und auch wenn die Herbstferien in Schweden früher als potatislovet, also die Kartoffelferien (potatis ist nämlich auf Deutsch die Kartoffel) bezeichnet wurden, weil die armen Schulkinder nämlich frei bekamen, um auf dem Acker zu schinden, werde ich die Ferien wohl eher dazu nutzen, um mal wieder die Wälder unsicher zu machen, die Schanze zu erklimmen, vielleicht auch mal einen Ausflug nach Rättvik oder Leksand zu unternehmen, keinefalls jedoch werde ich auch nur ansatzweise ein pädagogisches Buch in die Hand nehmen. Eher werden sie einer Zerschredderung zugeführt denn beachtet. Sicher, hier und da wird wohl ein Besuch in der Bibliothek fällig, allerdings mehr oder weniger dahingehend, daß man sich mal wieder die deutsche Literatur zu Gemüte führt, denn das passiert hier im Moment viel zu selten. Zwar nehme ich die Schreckensnachrichten über tieffliegende Börsenkurse und geplantes Chaos bei der Bahn zur Kenntnis, wenn ich aber ehrlich bin: eigentlich isset mir wurscht – schließlich habe ich Ferien. Und da kann man ruhig einmal die Börse sich selbst überlassen und die Bahn über den Jordan schicken. Und mehr habe ich eigentlich im Moment nicht zu vermelden.
Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt.
Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (dt. Lyriker und Schriftsteller), >>> Ahnung und Gegenwart, Kapitel 15, Leontin.
So ist heute schon wieder Mittwoch, es wird früher dunkel, die lieben Mitbewohner hier in Britsen werden immer wilder, meine Achte benimmt sich immer tollwütiger und mein Sprachzentrum gleicht einem leichten Trümmerhaufen. [...] Fortsetzung ‘Die Zeiten ändern sich!’





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