Archiv für November 2008 Seite 6 von 6



Was haben wir in den Ferien gemacht?

Wir waren in der Stadt. Und wir haben geschlafen. Wir haben gebadet. Man war bowlen.

Tja, nun sitze ich hier noch leicht im Schockzustand, mich fragend, was mit der Jugend heutzutage los ist.  Irgendwie hatte ich mir da ein bißchen mehr Action von meinen Schülern erwartet. Macht man keine Schneeballschlachten mehr? Genug Schnee liegt doch! Kino? Freunde treffen? So etwas in der Art!?! Sie durften sogar auf Schwedisch, nicht einmal Deutsch war gefordert. Und unruhig waren sie, als hätten Wespen ihre Hintern bevölkert. Herrje. Naja, was soll es – wir haben alle den ersten Tag nach den Ferien überstanden, auch wenn sich gegen 14 Uhr Schlafstimmung breit machte, mit einem Schlag freilich, Wechsel der Extreme, die Sonne fing nämlich mit ihrem Sinkflug an, was dazu führte, daß ich auf dem Weg gen Falun um kurz vor vier in eine tiefrote Landschaft blickte, zusammen mit weißem Schnee, glitzernden Bergen und reflektierenden Bäumen. Schade, daß der Busfahrer das Licht nicht ausgemacht hat, sonst wäre sicherlich eine wunderbare Aufnahme aus dem fahrenden Bus gelungen. Aber, letzte Chance ist ja nicht vorbei, im Schnitt dauert die Dämmerung im Moment drei Stunden, da wird sich doch hier oder dort noch eine Möglichkeit bieten, dieses Spektakel auf Papier zu bringen, und wenn ich wieder die Schanze hocheiere.

Nun allerdings heißt es wieder: Stunden vorbereiten. Meine Neunte wird morgen wieder mit dem Perfekt gequält, ich werde ihnen genau dieselbe Frage stellen wie der Achten heute, allerdings müssen sie morgen schreiben, viel schreiben, in Perfektform. Vorher allerdings werden wir nochmal besprechen, sehr ausführlich, was ein Substantiv ist und warum man das im Deutschen groß schreiben muß, denn wenn es schon eine grußmutter sein soll, dann doch aber bitte mit großem Anfangsbuchstaben. Deswegen halte ich auch sogleich meine Klappe, obschon ich ja eine Menge zu Hessen zu sagen hätte, denn als ich heute früh vor dem Busfahren die Info las, es würde nichts mit einer SPD-Ministerpräsidenten, da kippte mir fast der Kaffee vom Tisch in die Blumen – es ist nämlich alles nicht mehr zu fassen. Aber das ist es ja auch nicht mehr mit dem ICE, Tiefensee, den Finanzen, dem Benzinpreis und hat man nicht gesehen. Doch die Zeit zum Debattieren, ich habe sie nicht, ich habe sie nicht. Bedauerlich. Vielleicht würde eine zusätzliche Woche Ferien Abhilfe schaffen???

aufgesammelt nr. 223

Es hält nicht länger die Gesellschaft fest;
Ein Hasten, Schieben, Schubsen, Stoßen, Schrein,
Panik und Flucht aus dem verfluchten Nest,
Ein jeder will der erste draußen sein.

Friedrich Adolf Axel Freiherr von Liliencron (dt. Schriftsteller), >>> Bunte Beute. Des Großen Kurfürsten Reitermarsch.

Heute ist:

aufgesammelt nr. 222

Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben.

Kurt Tucholsky (dt. Schriftsteller und Journalist), Kurzer Abriß der Nationalökonomie. 1931.

(eis)Kalt

Gar nicht vieler Worte will ich frönen, aber ein herrliches Wetterchen heute, bei angenehm wohltemperierten, gar lauschig erfrischenden 5°C minus, blauer Himmel, Winterwetter einfach. Im Stübchen knackt und kracht es immer noch, aber es scheint, dank moderner Hausmittel, ich nenne da einfach mal die Nasenspülung mit einer Salzlösung als Beispiel, sieht sich die Sinusitis auf dem Holzweg und im Zuge dessen wahrscheinlich auch auf dem absteigenden Ast. Jo, und nun ein schönes Wochende wünschend, nicht jedoch ohne ein paar Eindrücke hinterlassend, die sich mir heute morgen beim Herumschleichen um Britsen eröffneten: [...] Fortsetzung ‘(eis)Kalt’

aufgesammelt nr. 221

Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit.

[Orig. engl.: Eternal vigilance is the price of liberty.]

Wendell Phillips (US-amerik. Politiker), >>> Speeches Before the Massachusetts Anti-Slavery Society 1852

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