Archiv für Dezember 2008 Seite 3 von 5



DB und tunnelbanan – wohl nicht.

Tja, also es scheint zumindest für Stockholm schon ein kleines umfassendes Geschenk zu geben, eine Woche vor Weihnachten: Die Bahn wird es wohl nicht.

Nun fragt man sich, was faselt er da und will Stockholm schenken? Ganz einfach, lieber Leser – ich habe vor einiger Zeit berichtet, daß die Deutsche Bahn AG >>> mitteilte, sie wolle sich um die >>> tunnelbana in Stockholm bewerben, zusammen mit ihrem Tochterunternehmen >>> S-Bahn Berlin GmbH. Ich hatte daraufhin >>> meine Zweifel auf diesem Blog geäußert und der tunnelbana die Daumen gedrückt, die Deutsche Bahn AG in Zusammenarbeit mit der S-Bahn Berlin GmbH würden mit ihrer Teilnahme an der Ausschreibung von Stockholms U-Bahnverkehr scheitern.

Gestern nun las ich, wie eigentlich jeden Tag, die Dagens Nyheter, und was sahen meine müden Augen im Stockholmteil: der jetzige Betreiber, die >>> Veolia Transport (ehemals Connex), ist der Favorit. Inoffiziell. Offiziell wird ja erst im Januar mitgeteilt, wer der Gewinner der Auschreibung wird.

Allerdins werden bei >>> DN einige Punkte präsentiert, die für eine Weiterbehaltung von Veolia Transport als Betreiber sprechen. So ist unter anderem im laufenden Jahr die Anzahl der Passagiere in Stockholms tunnelbana deutlich gestiegen, dasselbe gilt für die Zufriedenheit der Kunden. Darüber hinaus wird in Stockholm nicht unbedingt nach dem billigsten Angebot entschieden, denn im Gegensatz zu Deutschland wird auch auf die Qualität des Angebotes geachtet und ob dieses überhaupt umgesetzt werden kann. Denn freilich kann ich als Anbieter alles billiger anbieten als die Konkurrenz, jedoch kann es in der Praxis dann so aussehen, daß Geiz eben auch zu Ausfällen und schlechtem Service führt.

Des weiteren hätte ich es für höchst fatal angesehen, hätte die S-Bahn Berlin GmbH ein gut funktionierendes System in ihre Hände bekommen, um es letzten Endes kaputt zu fahren. Vielleicht sollte sie erst einmal ihre Hausaufgaben in Berlin machen, um dann weltweit zu operieren. Denn das Berlin ein sehr gut funktionierendes Angebot im S-Bahn-Verkehr hat, darf im Moment bezweifelt werden, wovon man sich
>>> hier
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überzeugen kann. Nicht, daß es noch heißt, man verbreite schlechte Gerüchte in Schweden über die S-Bahn-Berlin.

So warten wir also gespannt auf den 20. Januar 2009 und hoffen einfach mal, daß es dann heißt:
DB och S-Bahn Berlin blir inte ny operatör av Stockholms tunnelbana.

Nachtrag:

>>> DB und tunnelbanan hat nicht geklappt

BILD meint: nr. 13

Wie herrlich, wie herrlich. Die Bild hat wieder einmal fulminant ihre Kenntnisse der englischen Sprache zur Schau gestellt – und dabei gnadenlos die Hosen runtergelassen.

Wieso? BILD meint:

Strasse mit Startbahn verwechselt - Piloten wegen Startversuch auf Taxispur entlassen

Vielleicht wollten sie einfach nur mal Taxi spielen…

Wegen eines gefährlichen Startversuchs auf der Taxispur des Hongkonger Flughafens haben zwei Piloten ihren Job verloren.

>>> BILD.de am 15. Dezember 2008

Tja, es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Pilot versucht, eine Boeing 737 von einer Straße aus starten zu wollen. Schaut man sich aber die englischsprachige Quelle von Bild an, die sogar im Artikel angegeben wird, dann wird einem klar – BILD kann alles, nur keinen Journalismus:

Pilots fired for trying takeoff on taxiway

Airline sacks crew after probe of error

Two pilots have been sacked from Hong Kong Airlines after trying to take off from a taxiway rather than a runway at Chek Lap Kok in a Boeing plane carrying 122 passengers and seven crew three months ago….

>>> Ausriß der Originalquelle, zuletzt abgerufen 2008/12/16

Renke meint:
Und nun die große Preisfrage: Was bedeutet taxiway?

A) Taxispur
B) Taxistraße
C) Taxis-gibt-es-gar-nicht-am-Flughafen
D) Rollweg/Rollbahn

Wer sich nicht sicher ist, eine Lösung, übrigens frei zugänglich für alle, gibt es >>> hier. Es sei angemerkt, daß das Flugzeug sich nicht eine Sekunde lang auf einer Straße befunden hat.

Und an die BILD vielleicht einen Ratschlag: Spielt doch nicht immer die Experten. Arbeitet doch mal hin und wieder auch richtig.

Nachgeforscht!

Ich möchte an dieser Stelle exemplarisch beweisen, warum eine gute Quellenangabe bei Zitaten, wie >>> hier von mir ausgeführt, besonders wichtig ist in Zeiten des Web 2.0:


Ein Besucher meiner Webseite kam über o.a. Suchanfrage bei google.de hier an, und als ich diese Suchanfrage zurückverfolgte, kam obiges heraus.

Man trifft sich nämlich immer wieder!

Er ging an mir vorüber!

Genauso ist es – der Kelch ging an mir vorüber, er ist an mir vorübergegangen. Stichwort: >>> Hausarbeit. Am heutigen Tage war ja die sog. ventilation ( ich weiß immer noch nicht, wie man das angemessenen übersetzen könnte, nennen wir es der Einfachheit halber Verteidigung) meiner fördjupningsarbete mit dem Titel “Vaför blir det inte perfekt med ‘Perfekt’?”, was auf Deutsch meint, frei übersetzt: “Wieso wird das nicht perfekt mit dem Perfekt?”. Dabei galt es zu untersuchen, welche Fehler bei der Anwendung des Perfektes gewöhnlich auftreten, sozusagen die beliebtesten Querschläger, und wie die Schüler denken, wenn sie diese Fehler begehen. Wie sehen sie also das Perfekt, gibt es ein grammatikalisches Verständnis hierfür. Fehlte ein begründetes grammatikalisches Verständnis, z.B. bei der Vorlage eines falschen Satzes (Ich habe nach Berlin gereist), war es wichtig und interessant zu erfahren, warum die Schüler trotzdem meinten, es wäre falsch, auch wenn sie es grammatikalisch nicht erklären können. In diesem Fall wäre eine halbswegs ordentliche Erklärung, daß die sog. Bewegungsverben ihr Perfekt immer mit dem Hilfsverb sein bilden. Als Begründung kam aber von den Schülern z.B., daß der Satz komisch klinge.

Tja, ich selber war ja am Ende der Arbeit, nach der Untersuchung, rein gar nicht zufrieden. Die Ergebnisse waren teilweise nicht so, wie ich sie mir gewünscht hätte. Hier und da diskutierten die Schüler überhaupt nicht, es kam nur der Hinweis, der Satz wäre falsch. Aber so ist das nun einmal bei Untersuchungen, man kann sich nicht aussuchen, was genau passiert, und das habe ich, natürlich schön akademisch formuliert, im besten Schwedisch sozusagen, auch in meine Diskussion der Resultate hineingepackt. Und, weil wir schon bei der Sprache, der schwedischen, sind, sie hat auf der anderen Seite dafür gesorgt, daß ich die Hausarbeit noch einmal leicht überarbeiten muß. Damit allerdings hatte ich gerechnet, denn es blieb mir kaum Zeit, sie richtig und angemessenen auf Korrektheit und den richtigen Aufbau bezüglich der Sprache hin zu überprüfen (mir wird immer wieder nachgesagt, an meinem Schwedisch sei abzulesen, daß ich Deutscher wäre – nur der Renke versucht, einen schwedischen Satz über mehrere Zeilen aufzubauen, was man hier gar nicht gerne sieht). Zuweilen habe ich auch nicht darauf verzichtet, idiomatische Wendungen aus dem Deutschen wortwörtlich ins Schwedische zu übersetzen, was durchaus voll gegen den Baum fahren kann. Das aber ist mir eigentlich alles wurscht, ich bekomme Hilfe bei den sprachlichen Feinheiten. Vielmehr dachte ich ja, ich müßte die ganze Arbeit inhaltlich noch einmal überarbeiten – und siehe da, ich muß es nicht! Form i.O., Inhalt i.O., Methode i.O., Diskussion i.O., Interpretation der Resultate i.O. – was will ich mehr.

So habe ich nun die letzten Tage hier Falun Zeit, bevor ich am Sonntag gen Berlin fliege, zwei überfällige Reflexionen abzuschließen, und dann mein Kursportfolio zu beginnen, es muß am 5/1 nächsten Jahres vorliegen. Dennoch werde ich um Arbeit in Berlin nicht herumkommen – am 8/1 muß ich zum Ende des Semesters eine Powerpoint-Präsentation abhalten, des weiteren gilt es noch die sog. “Från ax till limpa uppgift” (was so viel wie “Von der Ähre bis zum Brot” heißen soll) zu bewerkstelligen. Inhaltlich meint das aber nichts anderes, als daß ich einen Unterrichtsgegenstand, der über mehrere Unterrichtsstunden behandelt wurde, aufschreibe und begründe (Was? Wie? Warum? Womit? usw.). Dies ist mehr oder weniger ein Unterrichtsentwurf, den man aber nicht vor den betreffenden Stunden schreibt, sondern danach. Denn schließlich soll ja auch mal wieder evaluiert und reflektiert werden, was alles so passiert ist und wie das Ergebnis aussieht.

Bevor ich damit allerdings anfange, werde ich mich heute erst einmal von den letzten zwei Seminaren in diesem Jahr erholen. Man kann auch dazu sagen: ich bin heute nur noch FAUL. Ich kann mein Unizeugs nämlich nicht mehr sehen, und sähe ich es heute noch einmal, es brennte sofort lichterloh! Ob es dann aber überhaupt noch einmal perfekt mit dem Perfekt würde, sollte bezweifelt werden, zumindest, geht es um die Hausarbeit, brennte sie. Nicht wahr?

Tyskan! Tyskan! Tyskan!

Wer dieser Tage beim schwedischen google den Begriff Tyskan eingibt, der übrigens auf Deutsch nichts anderes heißt als “der Deutsche/die Deutsche”, der wird nicht etwa mit einem Wikipediaartikel belohnt, ganz und gar nicht, im Gegenteil, die Hauptfigur eines Kriminalfalles, der sich im März dieses Jahres in der Stadt Arboga abspielte, taucht auf >>> den ersten Rängen auf – Tyskan. Also auf gut Deutsch: “Die Deutsche”. Hauptverdächtige in dem Kriminafall, bei welchem zwei Kinder ihr Leben ließen, ist nämlich eine Deutsche. [...] Fortsetzung ‘Tyskan! Tyskan! Tyskan!’

Schneehüppen!

Tja, lieber Leser, nachdem ich ja die letzten vierzehn Tage zu rein gar nichts gekommen bin (ich klammere hiermit Barbaras Besuch aus, schließlich haben wir es sogar ins Theater geschafft), man erinnere sich meines Referendariats, und der von mir nicht mit Begeisterung geschriebenen und abgegebenen fördjupningsarbete, habe ich mir heute gedacht, ich gehe in die Natur und übe das Schneehüppen ein bißchen. Was, es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, doch etwas komplizierter war, als zunächst von mir erwartet, [...] Fortsetzung ‘Schneehüppen!’

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