Archiv für Mai 2009 Seite 2 von 3



Ein schwedisches Wort – nr. 42

Klämdag!

Tja, lieber Leser, heute ist es mal wieder soweit, ein sog. klämdag ist des einen Freud und des anderen Leid. Ich selber sehe mich da genau in der Mitte, mir ist es nämlich eigentlich und fast völlig egal, es ist eben nur ein Tag. Und wie man in Deutschland von gestern zu heute und von heute zu morgen Brücken baute und vielleicht noch schnell baut, so versucht man hier in Schweden einfach den eingeklemmten Tag zwischen dem gestrigen Feiertag und dem morgigen Samstag nach Möglichkeit ohne Arbeit zu überstehen. Was ich nicht machen werde, denn ein bißchen Arbeit an einem brückenbauenden Tag kann ja nicht schaden, auch wenn hier oder da der eine oder andere schnell in den Kurzurlaub entfleucht ist, die Seele auf dem Balkone baumeln läßt oder einfach nur völlig faul auf der Wiese liegt und die Sonne an sich ran läßt, so sie denn da ist.

Nun denn, mehr muß wohl nicht mehr gesagt werden? Der schwedische klämdag entspricht also ganz genau dem

Brückentag

Es versteht sich, daß es sich hier um eine sinngebende Übersetzung handelt, denn mit einem Klemm-Tag (also aus kläm und dag) könnte ein Deutscher wohl wenig anfangen. Wie auch immer nun der Brückentag dort in Deutschland oder der klämdag hier in Schweden verbracht werden sollte (mich findet man von 12 bis halb fünf oben in der Bibliothek), ich wünsche einen angenehmen Freitag!

(gewisse) Erklärungsnöte!

2009/05/19 Falun - Högskolan Dalarna, Huvudentén Ljushallen: Moder Högskola
2009/05/19 Falun – Högskolan Dalarna, Huvudentrén Ljushallen:
Moder Högskola – Mutter Hochschule

Und siehe, Mutter Hochschule ziert unseren Campus, auch wenn ich mitteilen muß, daß angesichts meiner Schreibanfälle am Wochenende bei mir im Moment keinerlei Rezeptions- und (schon gar nicht) Reflexionsfähigkeiten vorhanden sind, die auch nur im Ansatz werte Frau Mutter Hochschule erklären könnten. Allein das Ensemble der einzelnen Figurelemente, so unser Dalahäst, Wahrzeichen Dalarnas, mittig, umgeben von Draht, gedreht, überdacht durch eine Luftschlange, verzerrt durch ausufernde Proportionen, bildend durch den Hochschulkatalog rechts in den Pranken, baut in mir momentan keinerlei Reaktion auf. Was sich nun also einer unserer Kunststudenten bei Erschaffung von Mutter Hochschule gedacht hat? – Ich weiß es einfach nicht … Es wird Zeit für den Feiertag, wirklich Zeit!

Vollzug!

Ich werde mir für ein eventuell mal wieder anstehendes Essay ein völlig banales Thema aussuchen, sowas wie Pittyplatsch, Schnatterinchen oder einfach nur das Sandmännchen, und nicht noch einmal versuchen, etwas aufzudröseln, was im Endeffekt von A nach Xunendlich führt. Auch wenn Brokeback Mountain bisher friedlich neben meiner Tastatur liegt, nach den ganzen Marathons des Denkens und Schreibens, nächtelang, und dem Einsenden, leicht verspätet, heute um acht, kann ich durchaus sagen: Es reicht. Vollkommen und bis in alle (eine zeitlich absehbare) Ewigkeit. Ich kann nur inbrünstig hoffen, es kommt durch, das Essay. Alles andere wäre fatal.

Ich sollte nun vielleicht einfach mal schlafen gehen.

Verschwommen.

2009/05/14 Falun - Östanforsån
2009/05/14 Falun – Östanforsån

Es sei darauf hingewiesen, daß dieses Bild nicht nur ein Abbild der Natur ist, nein, vielmehr kann man direkt, sozusagen ohne Umschweife, konstatieren, daß es in meinem Hirne ganz genauso aussehen sollte. Denn trotz aller Kraftanstrengungen und einer kurzfristig anberaumten Nachtschicht vom 14. zum 15. werde ich wohl das Essay nicht vor Freitagabend in Sack und Tüten haben, wenn alles schief geht, müßte unter Umständen, was ich ganz und gar gräßlich fände, auch noch die Nacht von Freitag auf Samstag hierfür in Anspruch genommen werden, was, um es mal ganz platt auszudrücken, mein Wochenende nicht nur erheblich stören, sondern zur Gänze versauen und ruinieren sollte (zumindest die Grobplanung wäre unwiderruflich dahin), was dann aber so wäre, kann man es doch nicht ändern. Was habe ich mir da aber auch wieder für eine Thematik ausgesucht, herrje – Schuld eigen. Ach ja, guten Mutes schaue ich aber nach vorne – und wünsche, fast ist es ja soweit, ein angenehmes Wochenende!

Mai (-abende)


2009/05/13 Falun/Varpan, ca. 21.00 Uhr

Wir blicken so gern in die Zukunft, weil wir das Ungefähre, was sich in ihr hin und her bewegt, durch stille Wünsche so gern zu unsern Gunsten heranleiten möchten.

Johann Wolfgang von Goethe, >>> Die Wahlverwandtschaften. 2. Teil, Kapitel 4, Aus Ottiliens Tagebuche.

Und damit wünsche ich meinen Lesern einen wunderschönen Donnerstag, den sie hoffentlich anders als ich verbringen, ergo also nicht frontal schreibend vor dem PC.

Wenn das Hirn mal wandern geht!

Dann wirkt das äußerst schlecht auf den Besitzer, wenn nicht sogar umfassend fatal. Ein solcher Fall ist nun also (auch mal wieder) bei meiner Wenigkeit eingetreten, was zur Folge hat, daß ich zwar stundenlang vor meinem schicken Flachbildschirm sitze, Farben und Formen endlich wieder frei genießen kann, allerdings will mir in Sachen Essay Brokeback Mountain nichts einfallen, gar nichts. Der Start ist es, diese verflixten ersten Zeilen, der kreative Funke. Zwar funkt es doch recht oft dort oben in meinem Stübchen, eben fachlich aber nicht. Da liest man >>> Andrea Levys Never Far From Nowhere, was natürlich mitten in der Essay-Anfertigungszeit gelesen werden muß, man ärgert sich mit Academic Writing von L. Björk und C. Räisänen herum, freilich als Vorbereitung für einen ganz anderen Kurs, es laufen nämlich derer zwei neben dem eigentlichen Literaturkurs, und dann sitzt man hier völlig verwirrt und kommt einfach nicht vorwärts. Vergessen werden sollen natürlich nicht die Seminare, in denen man zeitweise einfach nur noch aus dem Fenster springen möchte, ich grenze das freilich auf meine Wenigkeit ein, wenn dann wieder gefragt wird, ob denn ein akademisches Essay eine bestimmte Struktur hätte (als da z.B. eine Einleitung wäre, oder vielleicht eine Zusammenfassung). Gewiß, die Tage sind inzwischen wieder unendlich lang hier, was ich, ganz unter uns, vermißt habe, die Hummeln brummen schwerlastig durch die Gegend (ich finde, in diesem Jahr sind sie besonders gewaltig), Ruhe breitet sich in Britsen aus (es ist wieder Abreisezeit) und die Küche, man glaubt es nicht, ist sauber. Also eigentlich perfekte Voraussetzungen, um ganz entspannt ein Essay zu schreiben. Tja, wenn das Hirn nicht wandern gehen würde, wohin auch immer, es ist jedenfalls nicht da, wenn es dringend gebraucht wird. Ich wundere mich daher im Moment doch gewaltig, wie ich das bis zum 14. dieses Monats aufgestellt bekommen soll, sind es doch nur noch zwei Tage bis dahin. Es ist eben nicht einfach, schon gar nicht aufregend. Aber immerhin, man lebt noch, und zum Meckern ist immer etwas Zeit, wie ich eben ja wieder bewiesen habe. Für heute soll es das auch gewesen sein. Wir werden einfach abwarten, wie sich die Situation entwickelt, ich werde gegebenenfalls (umfassend) berichten!

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