Archiv für September 2009

Es wird (wieder) kalt!

Dies könnte wieder einmal in die Kategorie “Wer bietet mehr?” einsortiert werden, so sie denn auf diesem Blog existierte, schwer umsetzbar sei nämlich die Vorstellung, Deutschland wartet inzwischen mit Temperaturen im Bereich jenseits der null Grad auf! Zwar frohlockt die Sonne täglich, die Farben explodieren wieder in alle Richtungen, aber kuschelwarm wäre wohl der falsche Ausdruck für die nächsten Tage hier in Falun. So eierten wir, man kann es nur noch eiern nennen, am heutigen Tage an der Zehn-Grad-Marke herum, die Nacht soll bei erfrischenden -1°C überstanden werden. Der Donnerstag gestaltet sich, so zumindest nach Angaben des schwedischen Wetterdienstes, ebenfalls angenehm kühl, am Tage werden noch maximal 5°C erreicht, die Nacht folgt dann mit leicht frostigen -5°C, worauf dann der Freitag sich wohl Mühe geben wird, die 4°C-Marke zu überspringen. Allerdings, es muß Falun eine gewisse Nachlässigkeit in Sachen “früher Winter” unterstellt werden, denn >>> Schnee hatten wir bei uns noch nicht. Ganz anders sieht das schon im Norden von Dalarna aus – ca. 250 km nordwestlich von Falun ging der erste Schnee zu Boden, genauer gesagt in der Nähe von Idre/Nipfjället in der Kommune Älvdalen.


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Dennoch, es kann diese Faulheit seitens des Faluner Wetters vernachlässigt werden, bedenkt man, daß der Winter sich bisher immer ausreichend und ergiebig gehalten hat und seinem Namen alle Ehre macht, was ja in Deutschland, zumindest im nördlichen Teil, inzwischen kaum mehr der Fall ist, das Wort Winter ist ja dort mehr oder weniger zu einem Witz verkommen, zumindest in den letzten Jahren. Also warten wir einfach ab, was da auf uns zukommt; dieseits und jenseits der Ostsee – aus der Sicht von oben.

Herregud!

Vilken katastrof, vilken katastrof. Mehr habe ich im Moment eigentlich nicht zu sagen, nicht wirklich.

(gewählte) Entscheidungen!

2009/09/26 Falun - Östanforsån
2009/09/26 Falun – Östanforsån.

Und wie man bei diesem Tierchen sieht, völlig eigennützige Entscheidung. Recht unproduktiv auf einem Steine sitzend, Verrenkungen veranstaltend, mit der Sonne kuschelnd, die Welt links liegen gelassen und dem Lauf der Dinge abgeschworen. Dabei gebe es doch eigentlich recht viel zu tun! Das Fett muß angelegt werden, steht doch der Winter bevor, ein Kehraus im Haushalt könnte sicher vor dem Schnee nicht schaden und vielleicht sollte hier und da noch einmal der Stand im sozialen Gefüge eruiert werden, schließlich will so eine Ente ja eigentlich nicht unangenehm auf dem Wasser unter Kollegen und Kolleginnen auffallen, sozusagen als abgehobenes Exemplar der Gemeinschaft. Gewählt wurde hier und heute allerdings anders.

Nun wird es sicherlich nicht fern jeglicher Realitäten liegen, vergliche man so eine Ente, wie die obige, mit einem Politiker oder gar dem ganzen Haufen, der da in Berlin im Reichstag sitzt. Es sollten Gemeinsamkeiten auftreten, man beachte einfach mal nur die grazile Abwendung des Federviehs vom Tagesgeschehen. Aber was hilft es, ob nun Entscheidungen gewählt sind oder Entscheidungen gar Wahlen wählen – eventuell sogar Gegenentscheidungen die Wahl abwählen – morgen wird beides getan: die Wahl der Entscheidung und die Entscheidung der Wahl.

Gespannt wartet man hier in Falun auf die Dinge, die da kommen werden, welche dies auch immer sein mögen. Ausgehend vom Kaffeekränzchen zwischen Merkel und Steinmeier, die kuschelige Ente fernab des Tagesgeschehens sei noch mal erwähnt, ahnt man hier eh schon die Entscheidung der Wahl, hält sich aber nach fast fünf Jahren Schweden, bald ist Jubiläum, diskret zurück und läßt die morgigen Hochrechnungen auf sich zukommen. Dabei ist völlig unerheblich, daß die Farben Schwarz und Gelb nicht meine Lieblingsfarben sind, weder einzeln noch gemischt. Das allerdings ist dann auch wieder eine Wahl der Entscheidung, gewählt eben.

In diesem Sinne einen freundlichen Gruß aus Falun hinaus in die farbenfrohe Welt (in Falun dominieren ja im Moment noch die Rot- und Grüntöne), möge Deutschland einfach eine Entscheidung fällen, eine gewählte freilich!

BILD meint: nr. 20

Auch wenn die BILD mal wieder meint, alles besser zu wissen und jederzeit die volle Übersicht weltweit zu haben, sei einmal mehr der Beweis angeführt: stimmt alles nicht!

So auch in Sachen >>> Überfall auf ein Bargelddepot in Västberga/Stockholm.


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Dieser Überfall wurde am heutigen frühen Morgen filmreif ausgeführt, dabei, und das stellt die BILD sehr richtig fest, ist “SEHR VIEL”* Bargeld gestohlen worden. Daraus aber zu schließen, “dass das Bargeld in der Region um die schwedische Hauptstadt knapp werden könnten [sic!]“* und dabei auch noch einen Finanzexperten in genau diese Richtung zu zitieren, ist wieder einmal mehr wunderbar dem Märchen Alice im Wunderland zuzuschreiben. Denn, zwar hat die Stockholmer Wirtschaft die Befürchtung, daß das Bargeld knapp werden könnte, aber nicht, weil es “SEHR VIEL”* Geld war, welches dem Bargelddepot abhanden gekommen ist, sondern:

Problemet är inte de pengar rånarna har kommit över. Pengarna kan man säkert återställa, säger Dick Malmlund, säkerhetsansvarig på branschorganisationen Svensk Handel.

– Det som är bekymmersamt är att rånarna skadat depån, vilket gör att man inte kan bedriva verksamhet där, fortsätter han.

Enligt Dick Malmlund är säkerhetsföretaget G4S depå i Västberga oerhört viktig för kontanthanteringen i Stockholm.

>>> Dagens Nyheter: Branschen befarar kontantbrist efter rånet i Västberga. (2009/09/23)

Und nun, da die meisten Leser des Schwedischen ja nicht mächtig sind, die sinngemäße Zusammenfassung des Ganzen auf Deutsch. Dick Malmlund, der von der BILD zitiert wird, sagt zwei entscheidene Sachen, nämlich daß das verschwundene Geld zweifelsohne ersetzt werden kann und daß das Bargeld in der Stockholmer Region knapp werden könnte, weil das Bargelddepot in Västberga eine zentrale Rolle bei der Verteilung dessen spielt, durch die massiven Beschädigungen auf Grund des Überfalls jedoch im Moment innerhalb des Verteilersystemes ausfällt. Er ergänzt im weiteren Verlauf des Artikels, daß der Ausfall des Depots nicht kompensiert werden könne, weil alle anderen Verteilerpunkte in der Region voll ausgelastet wären.

Es sei nun dahingestellt, wie man bei der BILD an die Informationen kommt, aber sie sind eben schlichtweg falsch. Der BILD-Artikel suggeriert, durch den Überfall und die hohe Beute ginge nun den Stockholmern das Geld aus, genau deswegen liefe “die Suche nach den Ganoven auf Hochtouren”*. Der Artikel der Dagens Nyheter hingegen, mit der direkten Zitierung von Dick Malmlund, stellt einfach fest, daß man sich in der Stockholmer Region einem Verteilungsproblem gegenüber sieht. Stockholm wird nun also nicht verarmen, weil “SEHR VIEL”* Geld den Besitzer gewechselt hat, schon gar nicht wird der Stadt die Kohle ausgehen*, vielmehr kann man im Moment einfach kein Geld an den Mann bringen. Aber das wäre natürlich zu weichgespült, pardon, es wäre SEHR VIEL weichgespült, wenn Ursache und Wirkung letzten Endes nur halb so dramatisch wären, also eigentlich undramatisch.

Daher wäre es am besten, wenn sich alle Stockholmer und Anrainer morgen auf dem Sergels torg versammelten und kollektiv ihre Plaste- und Elastebezahlkarten verbrennen, dann ginge Stockholm wohl wirklich die Kohle aus … allerdings auch nur wieder, weil man nicht an sie rankäme. Egal.

* = >>> BILD (online): Filmreifer Überfall in Stockholm – Räuber plündern Bargelddepot und flüchten per Hubschrauber (2009/09/23)

Paßt schon!

2009/09/20 Falun - LIDL N:a Järnvägsgatan
2009/09/20 Falun/LIDL N:a Järnvägsgatan – Von Versorgungsengpässen kann hier wirklich nicht gesprochen werden.

I think I’m going crazy …

Es war einfach nur legendär!


>>> “Reformation”-Mayday in Dortmund, 30.04.1995, Marusha an den Turntables.

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