Archiv für Dezember 2009 Seite 2 von 2



Schützende Mauern …

In den letzten drei Nächten hat sich einmal mehr bewiesen, daß man wirklich hinterfragen sollte, ob unser Studentenwohnheim wirklich Schutz bietet oder doch eher beschützt werden sollte. Die Kollateralschäden der hiesigen Weihnachtsfeiern im Keller und gewisser “After Partys” nach der Dizze sind doch recht umfangreich ausgefallen, natürlich will es keiner gewesen sein. Auch nicht, wenn man live und in Farbe mehr oder weniger danebenstand, als ein Einkaufswagen morgens um acht mit voller Wucht in eine Zimmertür befördert wurde, die, freilich, den auftretenden Kräften nicht standhalten konnte und nun gewissermaßen das Innere des dahinterliegenden Zimmers freigibt. Das ist dann eben so. Genauso wie ein Fenster, logischerweise, nur wenig entgegen zu setzen hat, rammt man es mit einem anderen Einkaufskorb, war der erstere von Hemköp ist LIDL hier der Komplize. Da wirkt es doch recht pinnenschieterig, erwähnt man nun noch diverse Glasbrüche in den Küchen und abgerissene Plakate in den Fluren. Und die nächste Mieterhöhung kommt … ganz bestimmt.

Wenn dann mal nichts zum Meckern ansteht, wartet man hier in Falun weiterhin auf den Winter. Er nimmt zwar immer wieder Anlauf, hier und da mit einer kleinen Schneeflocke, des Nachts frieren sogar die Pfützen zu,  dennoch kann man es nur als Rumgurken bezeichnen. Hoffnung allerdings ist in Sicht! Am Donnerstag, just wenn einer meiner zum Bahnhof gelangen muß, morgens um halb sieben, zu Fuß natürlich, fällt das Thermometer angeblich auf frische minus 18 Grad herunter, davor soll endlich das Weiße vom Himmel schweben, in rauhen Mengen, sagt zumindest >>> SMHI. Wovon ich dann allerdings nicht allzu viel haben sollte, die Arbeit dies wohl verhindern wird. Aber, es wird sich wohl eine Möglichkeit ergeben, den Wintereinbruch auch visuell festzuhalten, man darf einfach nicht die Hoffnung verlieren.

In diesem Sinne, leicht meckernd, aber doch frohen Mutes, wünsche ich spontan ein schönes Wochenende!

BILD meint: nr. 21

Ja, lieber Leser, nicht oft kam ich in der letzten Zeit zur Analyse der BILDschen Arbeitsweisen, die, wie diese >>> Blogreihe schon des öfteren bewiesen hat, jenseits von Wahrheit und Qualität liegen. Wenn dann aber vom Springer-Verlag Außerirdische ausgemacht werden, die in meiner unmittelbaren Nachbarschaft für Party am Himmel sorgen, dann komme man meinerseits nicht umhin, investigativ tätig zu werden, natürlich mit meinen bescheidenen Mitteln wie einem PC und nur einem Internetanschluß – also gar nicht zu vergleichen mit den unendlichen Ressourcen des Springer-Verlages. Und dann kommt es eben, wie es kommen muß, denn die BILD meint:

Ufo-Alarm in Norwegen – Mysteriöses Licht hält Tausende Menschen in Atem

[...] Plötzlich tauchte am Dienstagabend gegen 20:45 Uhr am Nachthimmel ein weißes Licht auf. [...] Und Theorien gibt es bereits viele: eine fehlgezündete russische Rakete, ein Meteor, ein neuartiges Nordlicht, ein schwarzes Loch oder eben – ein Ufo!

Erik Tandberg, Chef des norwegischen Space-Centers, sagte zur „Sun”, dass er von dem Phänomen total begeistert war. „So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Er glaubt, dass es sich um die Folgen einer russischen Rakete handelt. Doch das russische Militär hat bereits dementiert.

>>> BILD am 10.12.2009 um 12.54 Uhr

Renke meint:

Schuster, bleib bei Deinen Leisten! Denn in Norwegen sieht man die Sache inzwischen schon ganz anders, auch in den Medien, allerdings scheint die BILD offensichtlich unter Journalismus eben nur zu verstehen, ein englisches Boulevardblatt, die >>> Sun, abzuschreiben, um (mal wieder) Außerirdische auf dem blauen Planeten auszumachen. Was dann zur Folge hat, daß die BILD indirekt wieder die Unwahrheit verbreitet. Glaubt man nicht? Nun denn, in norwegischen Quellen wird davon gesprochen, daß entsprechendes Ereignis nicht am Dienstagabend um 20.45 Uhr eintrat, sondern am Mittwochmorgen zwischen acht und neun Uhr, wie es unter anderem der Norwegische Reichsrundfunk und das Onlineportal VG melden:

onsdagens lysfenomen over Nord-Norge [Lichtphänomen am Mittwoch über Nordnorwegen]
>>> VG NETT

observert over store deler av Nordkalotten onsdag morgen [beobachtet über großen Teilen der Nordkalotte am Mittwochmorgen]
>>> Norwegischer Reichsrundfunk NRK

Nun mag es verzeihlich sein, daß man im Springer-Verlag keinen Redakteur hat, welcher der norwegischen Sprache mächtig ist und deswegen zwischen Dienstag und Mittwoch nicht unterscheiden kann. Peinlich wird es aber, wenn die BILD um 12.54 Uhr, Veröffentlichung des Artikels, behauptet, das russische Militär bestreite, Verursacher dieses Ereignisses zu sein, wenn es doch beim Norwegischen Reichsrundfunk seit 11.47 Uhr heißt:

Det russiske forsvarsdepartementet bekrefter rakettfeil

Torsdag formiddag innrømmet det russiske Forsvarsdepartementet at det var en Bulava-rakett …
>>> Norwegischer Reichsrundfunk NRK

Was dann auf Deutsch heißt, daß das russische Verteidigungsministerium am Donnerstagvormittag eingeräumt hat, daß es eine Rakete vom Typ Bulawa war, die eine Fehlfunktion aufwies. Ergänzend dazu meldet VG dann um 13:40 Uhr:

Den mystiske kjempespiralen var en Bulava-rakett som ble skutt opp fra atomubåten «Dmitry Donskoi» i Kvitsjøen ved Arkhangelsk … raketten ble skutt opp klokken 08.00 onsdag morgen …
>>>VG NETT

Die mystische, riesige Lichtspirale war also eine Bulawa-Rakete, die vom russischen Atom-Unterseeboot “Dmitry Donskoi” in der Weißen See nahe Archangelsk abgeschossen wurde, am Mittwochmorgen gegen acht Uhr. Und wenn nun auch klargestellt sein sollte, daß keine grünen Männchen die Welt erobern werden, schon gar nicht den dunklen und kalten Norden, feiert man in Berlin im Springer-Verlag wieder die Ankunft von ET. Prost!

Nachtrag (19.55 Uhr):
Inzwischen hat auch die BILD spitzgekriegt, genauer gesagt um 15.19 Uhr, daß ET auch weiterhin von einer Landung auf unserem Planeten absieht und berichtet nun wie anderen Medien, daß das “Ufo” nur eine schnöde russische Rakete war, die nicht ganz wie geplant funktionierte. Das Feiern ist somit auch in Berlin beendet.

International Dinner Dec. 2009 F-Down

Vorweg, Sabine, alles hat geklappt, der Kuchen war ein Selbstläufer. Man glaubt es kaum, innerhalb von 20 Minuten war alles weg. Und der Teig war, ob meiner Zweifel in Bezug auf seine dünne Beschaffenheit, so ganz ohne Backpulver, genau richtig! Ich denke, so ein Zwiebelkuchen kann beeindrucken …

Und ich will mich gar nicht an vielen Worten hier aufhängen, wir hatten heute in F-down in Britsen ein “International Dinner”, das einfach nur gemütlich war, uns alle hier noch ein bißchen näher brachte und die eine oder andere Freundschaft über die schwedische Grenze hinaus verfestigt, denn einige werden wohl im Januar nicht mehr hier sein.

F-DOWN! It was a pleasure!

Die Fotos sind diesmal vergrößerbar, dazu einfach das Bild anklicken! Ich befürchte, ich werde demnächst das Studentenleben doch leicht vermissen (die Betonung liegt auf LEICHT, man könnte auch sagen: ansatzweise), zumindest das hier in Britsen …

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2009/12/06 Falun/Britsen - International Dinner F-down: Mit vielen Gästen.
2009/12/06 Falun/Britsen – International Dinner F-down: Mit vielen Gästen.

2009/12/06 Falun/Britsen - International Dinner F-down: Mit vielen Gästen meint eben Besucher aus fremden Korridoren.
2009/12/06 Falun/Britsen – International Dinner F-down: Mit vielen Gästen meint eben Besucher aus fremden Korridoren.

2009/12/06 Falun/Britsen - International Dinner F-down - the F-under crew
2009/12/06 Falun/Britsen – International Dinner F-down – the F-under crew: Vorne, v.l.n.r.: Esra (Türkei), Samaneh (Iran), Renke (hm, Schweden/Deutschland) – hinten v.l.n.r.: Sercan (Schweden), Denis (Rußland), Piotrek (Polen), Inna (Lettland), Elena (Italien), Jacopo (Italien), Gian Marco (Italien). Und einige, die heute leider nicht mit dabei sein konnten …

2009/12/06 Falun/Britsen - International Dinner F-down - the F-under crew:
2009/12/06 Falun/Britsen – International Dinner F-down – the F-under crew: Vorne, v.l.n.r.: Esra (Türkei), Gian Marco (Italien). Hinten, v.l.n.r.: Sercan (Schweden), Denis (Rußland), Inna (Lettland), Piotrek (Polen), Samaneh (Iran), Elena (Italien), Jacopo (Italien), Renke (Schweden, Deutschland). Die Kerle hinten haben nichts zu tun, ich selber war für das Foto eigentlich noch nicht fertig …

2009/12/06 Falun/Britsen - International Dinner F-down - Auf der Couch, v.l.n.r. die Inna, der Renke (es liegt am Blitz), Esra und die Samaneh.
2009/12/06 Falun/Britsen – International Dinner F-down – Auf der Couch, v.l.n.r. die Inna, der Renke (es liegt am Blitz), Esra und die Samaneh.

Sieht schön aus!

2009/12/03 Falun - Eiskunst am Baume in Lugnet.
2009/12/03 Falun – Eiskunst am Baume in Lugnet.

Sieht man auch gern, muß ich anfügen, paßt herrlich in die Landschaft, erinnert aber doch daran, daß es kalt sein könnte. Was es dann heute früh nach einer Nacht mit sagenhaften -15°C bei immerhin noch -12°C auch war und dafür sorgte, daß meine Jeans mich wieder richtig anwiderte, als sie sich so kalt und steif um die Knie schlang. Ich hatte schon fast vergessen, wie sich dieses Gefühl, das widerliche eben, urplötzlich einstellt, verläßt man das warme Wohnheim. Auf alles war ich vorbereitet, den dicken Schal hatte um den Hals geschlungen, die Mütze fast bis auf Augenhöhe gezogen, die Handschuhe feste rübergestreift, aber auf den hinterhältigen Angriff der Jeans war ich einfach nicht vorbereitet. Nun ja, es half ja doch nichts. Stehenbleiben und sich wundern verschlimmert die Situation ja nur, man gibt dem Stoff dann so richtig die Möglichkeit für einen breitgefächerten Angriff und löst damit zumindest bei mir eine dicke fette Gänsehaut aus. Da gilt einfach nur: Augen zu und durch. Beim Laufen bleibt der Jeans ja nichts anderes übrig, als mitzuarbeiten, was dann letzten Endes ihre widerlichen Eigenschaften, also kalt das Knie umschlingend, wieder aufhebt.

Wie man sieht, die Probleme durch den Wintereinbruch sind vielfältig. Unsere Austauschstudenten aus dem Süden kriegen inzwischen Angst vor dem Winter und wissen im Moment noch nicht so richtig, wie man solch tiefe Temperaturen annehmen könnte, ich hingegen schlage mich eben mit kalten Jeans herum! Ach ja, schön, daß der Winter da ist …

(Endlich!) Es hat begonnen.

2009/12/01 Falun - erster richtiger Schnee.
2009/12/01 Falun – erster richtiger Schnee.

2009/12/01 Falun - Eis(kalt) bei vier Grad minus.
2009/12/01 Falun – Eis(kalt) bei vier Grad minus.

Und damit auch nicht gleich alles wieder wegfließt und -rennt: heute Nacht -10°C, morgen -7°C, Nacht zu Donnerstag -9°C und am Tage dann -6°C. Das lobe ich, das lobe ich!

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