Archiv für November 2010

[reisende] Gedankengänge [unvollständig]

Die heutige, morgendliche Zugfahrt von Stockholm nach Borlänge nervt:

- es ist zu warm
- wir sind zu spät [20 min.]
- zu viele Menschen
- ein Schnösel mit Laptop (guckt Comedy ohne Kopfhörer)
- meine Sitznachbarin kann nicht stillsitzen

Schön:

- die Sonne geht knallorgange über dem Schnee auf
- das zurückliegende Wochende
- Lynchs “Mulholland Drive” und “Serial Mum” mit dem Anto [Puss!]
- Fika mit Silvia

Unerhört:

- der Einkaufswahn am Sonntag in STHML/Kista
(Dabei wollte ich doch nur eine Jacke kaufen, die Massen an Menschen, die schon wieder hysterisch um die besten Geschenke im Laden kämpfen, haben das Ganze jedoch zu einer nervlichen Belastung der höheren Art gemacht).

Wie immer:

- ich liebe Schnee
- zu wenig Zeit

Ich würde ja gern noch mehr an dieser Stelle schreiben, aber meine Sitznachbarin liest schon heimlich mit, schüttelt den Kopf und hüpft auf ihrem Sitz, warum, ist mir leider nicht bekannt. Deutsch aber spricht sie keinesfalls, das hat sie mir zu Beginn der Reise bereits versichert, nachdem ich den deutschen Paß bei der Fahrkartenkontrolle vorzeigen mußte.

Ich freue mich jedenfalls auf meine Schüler, und kann vermelden, daß wir in Mittelschweden inzwischen tiefsten Winter haben, im Moment stapelt sich der Schnee bei ca. 20 cm. Das nenne ich Progression und beende nun die meinige, mein Reiseziel rückt näher und meine Nachbarin auch …

Notizen (zwischendurch).

Ja, man lebt noch hier im kalten Falun, auch wenn die Zeit im Moment ein gnadenloser Feind ist, was sich ja auch anhand der wahnsinnig vielen Einträge in den letzten Tagen bemerkbar macht.

Also, im Moment rase ich bei minus sieben Grad durch ein verschneites Dalarna auf dem Weg in die Hauptstadt. Weiterhin macht der Job immer noch Spaß, auch wenn er im Moment zeitraubend ist. Die Noten für das Herbstsemester wollen langsam ihren Weg in die hiesigen Datenbanken an meiner Schule finden, zudem werden die Neunten ins Praktikum geschickt, neben der Aufgabe als Betreuer darf ich auch noch den dazu eingerichteten Schulblog einrichten, begleiten und bei Problemen natürlich (Tag und Nacht) beratend zur Seite stehen. Darüber hinaus scheitere ich momentan vortrefflich daran, meinen Schülern in Deutsch den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ beizubringen, bzw. überhaupt begreiflich zu machen, daß es da gewisse Unterschiede gibt, wendet man Präpositionen an, von Wechselpräpositionen wollen wir da erst gar nicht sprechen. So lag ich dann auf dem Tisch, um den Dativ bildlich zu gestalten, und hüpfte auf jenen, um den Akkusativ den Vortritt zu lassen. Nun denn, wir werden abwarten, was eine erneute Konsultation nach dem Praktikum an Überraschungen bereithält. Auf der anderen Seite hat ja nie irgendwer behauptet, Deutsch sei eine einfache Sprache … ich erlebe es jeden Tag im Klassenzimmer. Und zuweilen, nach mehr als neun Stunden Unterricht, ist selbst beir mir einfach Schluß mit Lustig, ich kann mich dann nur noch mit einfachsten Sprachkonstruktionen verständlich machen.

In Sachen Kamera gibt es leider nichts neues zu berichten, es ist einfach nur widerlich unerhört, daß ich die Eindrücke des recht frühen Winters hier in Dalarna nicht auf den Blog bringen kann. So ein Nebel über dem Wasser im Sonnenaufgange mit schneebedeckten Hügeln und Wäldern im Hintergrund, das ist schon nicht ohne. Aber bis Jahresfrist wird das einfach nichts mehr, das holde Maschinchen befindet sich zwecks Reparatur in Deutschland. Hoffen wir, das bezieht sich nun auch auf die aktuellen technischen Unzulänglichkeiten beim A380, daß die Technik bis Weihnachten wieder einwandfrei läuft.

Und soweit soll es dann auch schon wieder mit den Lebenszeichen aus Schweden gewesen sein.

Eiskalt zurück.

Ich kann nun, leicht verspätet, mitteilen, daß meine Wenigkeit den Weg zurück nach Falun gefunden hat, was angesichts mehrerer Umstände nicht unbedingt leicht war. So war das Zugfahren in Dänemark auf der einen Seite äußerst spannend und lehrreich, jedoch, die Sprache sich wiederum als schrecklich herausstellte. Ich bewundere ehrlich gesagt all diejenigen, welche diese ohne Probleme lernen können, mir wird bei der Ausformung der Laute im unteren Halsbereich einfach nur schlecht. Weiterhin sah man sich meinerseits mit gewissen Temperaturunterschieden konfrontiert, die schon fast an Schockfrosten erinnern. Denn, nach ein paar (zu wenigen) Tagen auf Föhr, in völliger Ruhe und ohne Hast [ich schicke an dieser Stelle nochmals einen lieben Dank auf die Ö], am letzten Tage sogar bei Sonnenscheine (man konnte ohne Probleme mollig warm auf einer Bank am Strande verweilen), war die Landung in Stockholm um so härter, denn zum einen sprach der Kapitän des SAS-Fliegers nur Dänisch (und das obligatorische Englisch) und zum anderen stellte sich die Nacht mit zehn Grad unter null vor. Nun denn, zwar ist der Winter ein liebgewonnener Gefährte meinerseits, allerdings sind diese Temperatursprünge überhaupt nicht gut für das Hirn, von Füßen, die nicht angemessenen und nur in Herbstschuhe eingepackt sind, reden wir erst gar nicht.

So war dann nach einem nächtlichen Aufenthalt irgendwo in Stockholm der nächste Tag in Borlänge nicht unbedingt ein warmer Start in die neue Woche, denn Dalarna schickte sich an, noch kälter daher zu kommen, ganze 13 Grad minus schlangen sich um meine freiliegenden Ohren, was, so kann ich versichern, irgendwann eine schmerzhafte Angelegenheit darstellt. Da ist man am heutigen Dienstag nach einer Arbeitszeit von zehn Stunden doch recht froh, daß die Temperaturen wieder in Richtung null Grad unterwegs sind, auch wenn wir nun dadurch mit Schneefällen zu tun haben, die auf Grund eines Sturmes, von Polen kommend, für leichte Schwierigkeiten auf den Straßen sorgen, ich gebe einfach nur das Stichwort Schneeverwehungen. Eine verlängerte Reisezeit von zehn bis fünfzehn Minuten nimmt man aber angesichts der Meisterleistung des Busfahrers auf der Autobahn gelassen hin, zumindest blieb einem der Ausflug in die Botanik erspart, ich bin ja in solchen Sachen nun nicht unbedingt >>> unerfahren.

So denn, trotzdem ruft die Arbeit, in der Schule und zu Hause, es gilt nun ein paar Schülerarbeiten zu korrigieren, es sind ja nur 120 Stück, ich will mich da gar nicht beschweren, schließlich darf ich morgen zum Ausgleich schon um 16 Uhr zu Hause sein … wenn der Busverkehr nicht vorher zusammenbricht.

Ans Wasser [Ferien].


Nach einem dritten Fortbildungstag in Folge am morgigen Mittwoch [innerhalb der Ferien] setze ich mich in den Flieger nach Kopenhagen, um von dort aus am Donnerstag Richtung Föhr zu reisen. Nach Diktat also (mehr oder weniger) verreist. Es wird Zeit …