Archiv für Januar 2012

[Stockholmer] Telegramm 6

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Verkehrte Welt: Berlin -4,3°C | Stockholm -1,9°C. Es liegt wenigstens Schnee, zumindest in den Außenbezirken. Der Wetterbericht orakelt, es könnte nächsten Sonntag -17°C werden, unter der Woche müsse sogar Schnee vom Himmel fallen. Ich traue >>> SMHI aber nicht über den Weg …

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Nun fliege ich doch tatsächlich mit den Schülern nach Berlin, die Flüge sind gebucht. Den Kürzeren haben Air Berlin [seit Mehdorn am Ruder ist, sind die Preise unverschämt] und SAS [bei denen man ja weder online noch am Telefon eine Gruppenreise buchen kann] gezogen. Nach Berlin wird Ryanair bemüht, zurück kriegen die Norweger von Norwegian Air Shuttle den Transportauftrag. Ich überlege eben, wann ich das letzte mal eine Klassenfahrt gemacht habe …

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Der deutsche Besuch am letzten Wochenende konnte im Übrigen Schnee genießen, man hatte diesen ja ausdrücklich bestellt. Duftes Dreiergespann sind wir gewesen, allerdings habe ich vom vielen H&M-Hopping immer noch Alpträume.

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Ansonsten nichts Neues aus dem hohen Norden. Es passiert einfach nichts – vom üblichen abgesehen. In diesem Sinne, einen schönen Sonntag da draußen!

[Stockholmer] Telegramm 5

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Der Winter hat sich bei mir äußerst unbeliebt gemacht, wir kommen hier kaum unter die null Grad, es sieht mit dem Schnee traurig aus, fatal möchte man meinen.

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In Schweden, genauso wie in Deutschland, geht es schon wieder los: Die Vorwahlen zum Eurovision Song Contest. Man kann sich davor nicht verstecken, weder in Deutschland noch in Schweden.

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Auch wenn ich gern und ohne Scheu mit >>> SAS fliege, so muß ich feststellen: Wie altbacken! Im April steht eine Klassenreise nach Berlin an, hierfür möchte man natürlich einen Gruppenrabatt beim Fluge erhaschen. Bei >>> Air Berlin und >>> Norwegian gibt es hierfür auf der Webseite Kontaktformulare, bei SAS tröten sie einem ins Telefon, man möge doch bitte in ein Reisebüro gehen, auf der Webseite und über das Call-Center ginge das nicht. Hmmm, bisher habe ich in Stockholm kein Reisebüro gefunden, das mir bei beinem Wunsche nach einer solchen Gruppenreise mit SAS nicht erklärte, sie würden über die normalen Buchungsmaschinen im Netz buchen, bei denen man ja max. 9 Personen gleichzeitig inkludieren kann. Eine Rückfrage bei SAS, welche Reisebüros gemeint sein könnten, ergab Schweigen im schwedischen Walde. Also so kommen wir nicht ins Geschäft, mina damer och herrar da bei SAS

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“Renke, wie peinlich, daß du unsere Grammatik besser weißt als wir …” – Ist es. Wenn man als Schwede nicht mal den Unterschied zwischen Verb, Substantiv und Adjektiv weiß, dann wird das für mich eine grammatikalische Irrfahrt durch das deutsche Perfekt oder Präteritum, wir sprechen jetzt mal lieber nicht von Präpositionen, die den Dativ fordern. Aber wie sagte eine Kollegin neuerlich zu mir: Renke, Adverb und Adjektiv sind doch eigentlich dasselbe. Genau, entspricht sicher etwa der Aussage, ein Jombo-Jet fliegt langsamer als ein fliegender Fisch. Wenn meine Schüler das sagten, gut, ich schluckte und würde eine schwedische Grammatikstunde anhängen, freiwillig, sie können ja nichts dafür. Aber wenn eine Kollegin das so kunterbunt und frank und frei raushaut, dann zuckt das im Hirn, ganz gewaltig!

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Sie hängen ihre Weihnachtsbeleuchtung einfach nicht ab!

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Rolltreppenfahren ist gefährlich in Stockholm … rette sich, wer kann!

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Kriegt erneut Besuch aus Deutschland, auf den er sich freut und beendet das Meckern an dieser Stelle. Alles kann hier ja nicht schlecht sein … sonst wäre er schon längst weg!

[friesisch karibischer] Nachschlag.
Föhr

Nun denn, dieses Jahr wurde es endlich mal wieder geschafft. Nach dem Jahreswechsel in Berlin haben mich verschiedene schienengebundene Verkehrsmittel bis an die Nordseeküste gebracht, danach übernahm die Wyker Dampfschiffs-Reederei und verfrachtete mich in einer (für mich) waghalsigen Überfahrt im auflaufenden >>> Orkantief Ulli direkt in die >>> Friesische Karibik, also auf die Insel Föhr, die im Winter 2011/12 recht tropisch wart. Im Gegensatz zum Winter 2009/10, die Nordsee vollbedeckt mit Eisschollen und das Watt glatt wie eine Bananenschale, hauchte der Wind in starken Brisen, neben Ulli lief ja auch >>> Andrea zu Hochformen auf, Regen sorgte für eine entsprechende Feuchtigkeit, und das Thermometer weigerte sich beständig, an der Null-Grad-Marke zu kratzen.

Vom Wetter läßt man sich aber nicht abhalten, und so konnte ich wieder karibiktypische Unternehmungen vorantreiben und durchführen, welche u.a. wären:

  • das Betrachten einer klitzekleinen Sturmflut (es war meine erste)
  • Begleitung von archäologischen Funden im Watt, die dann im örtlichen Museum hinterfragt wurden
  • Flugversuche am Strand bei Ankunft von Andrea, leichtes Gesichtspeeling durch Sandsturm
  • fotografischer Feldversuch “Müllkippe Nordsee”
  • mobile Erkundung der Strecke des >>> Ersten Föhr-Marathons [Deutschlands nördlichstem Marathon], den ich im April aktiv begleiten werde, mit der Kamera
  • intensive Wortfindungsprobleme beim Spiel Scrabble zusammen mit meinen Gastgebern [es war wie immer schön!]
  • Teilnahme an der Eröffnung eines neuen Poolraumes im >>> Robbenzentrum Föhr
  • Besuch einer Sonderausstellung im >>> Friesenmuseum Wyk zum Thema: “Sturmflut – wat geit mi dat an?”
  • endlose Spaziergänge am fast menschenleeren Strand
  • dem Klönen frönen

Bedauerlichweise hieß am Sonntag schon wieder Abschied nehmen, via Hamburg und Kopenhagen ging es dann wieder gen Stockholm, und ich kann diesmal übrigens nicht behaupten, im Urlaub vor den Schweden sicher gewesen zu sein, gab es doch tatsächlich ein schwedisches Paar, das am Hafen zum Kauf einer Fährfahrkarte mit dem Auto vorfuhr, das Nummernschild verriet: es waren Stockholmer. Macht aber nichts, bei einem Vertretungsjob an einer anderen Schule am heutigen Tage stellte sich eine Kollegin vor, die, nachdem ich den deutschen Dialekt rausgehört hatte und frech nach der Herkunft innerhalb Deutschlands fragte, aus Ostfriesland kommt. Warum also auch nicht umgekehrt. Dennoch, das Hirn wart wieder frank und frei nach dem Besuch auf Föhr, der Sand hat es reingeschliffen. Hoffe ich. Und natürlich habe ich ein paar visuelle Eindrücke von der Insel mitgebracht. Wie immer: Zum Vergrößern ins Bild klicken.

Jan. 2012 Föhr (Strand b. Borgsum) - Komposition.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Borgsum) - Fingerzeig.
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Borgsum) - Abgelegt.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Borgsum) - Ein Licht geht auf.
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Versauert.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Kontraststrandgut.
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Walze.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Meeresfrucht?
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Fremd(körper).Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Versperrt.
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Farbabgleich.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Dünensitzgelegenheit (versteckt).
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Hedehusum) - Natur?
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Nieblum) - Sand.Jan. 2012 Föhr (Strand b. Nieblum) - Durchbruch.
Jan. 2012 Föhr (Strand b. Nieblum) - Friesische Karibik?Jan. 2012 Föhr (Wyk Hafen/Fischmarkt) - (leicht) verwässert.
Jan. 2012 Föhr (Wyk Hafen/Fähranleger) - Fluten?