Archiv für die Kategorie 'BILDsches (wahn)traumland'

BILD meint: nr. 25

Nachdem ich nun schon lange nicht mehr den Bereich des BILDschen Unsinns in Angriff genommen habe, schon weil man sich an den zum Himmel schreienden >>> Nonsens wie “Vogel rast in Triebwerk von Lufthansa-Maschine … Er [der Pilot] stoppte den Flieger, landete außerplanmäßig in Pisa” gewöhnt hat – ich würde auf Grund der allgemeinen physikalischen Gesetze erst landen und dann den Flieger stoppen -, ist mir heute nach dem ganzen zu-Guttenberg-Palaver, nach einem zünftigen Knall ist hier ja nun die Luft für die BILD raus, ein Artikel unter die Nase gekommen, der die innere Zerrissenheit der Springer-Presse skizziert und mal wieder exzellent die Sucht der BILD-”Journalisten” nach Skandalen jeglicher Art und Weise – also im Sinne von erfunden oder eventuell recherchiert – zeigt. Schrieben nämlich doch die B.Z. aus Berlin, eine Tochter der Axel-Springer-AG, und der BILD-Onlineableger über ein und dasselbe Ereignis, der Output, den man bei der BILD sicher hier und da einfach nur als Putput bezeichnen kann, ist jedoch different, und dies in einem erheblichen Maße:

BILD/BZ Räumung Scharnweberstraße 29

Man möge doch nur auf die Wortwahl achten. So spricht die B.Z. von “Anhängern” der linken Szene, die BILD setzt dies mit “Linksextremen” und “Chaoten” gleich. Weiterhin stellt die B.Z. fest, daß drei Demonstranten wegen Widerstands festgenommen wurden, bei der BILD versuchen “60 Linksextreme, die Polizisten zu überrennen”. Skandal, daß bei einer solchen Angelegenheit eine Mutter mit ihrem “Baby” zur Stelle ist, auch wenn das >>> Foto in dem Artikel Zweifel darüber aufkommen läßt, ob es sich nun wirklich um einen Säugling handelt, was der Definition eines >>> Babys entspräche, oder um ein Kleinkind, welches einfach auf Grund der Enge innerhalb der Menschenansammlung von der Mutter vorsorglich etwas höher plaziert wurde, eben durch einen Tragegurt. Daß es sich übrigens kaum um eine “Randale-Demo” handeln kann, und somit den eigenen BILD-Artikel konterkariert, wird durch andere anwesende Mütter und Kinder (man betrachte sich bitte den Hintergrund) deutlich. Oder um das Ganze einfach mal mit den Worten des >>> Tagesspiegels auszudrücken: “Räumung in Friedrichshain – Konfetti und Luftballons für die Polizei.” Und im Gegensatz zur BILD und deren Auffassung über eine linksextremistische Randale-Demo mit einem Haufen Chaoten befindet der Redakteur des Tagesspiegels völlig nüchtern und seriös: “… es [ging] dort friedlich zu – und bunt.”

BILD Dir deine Meinung!

Nachtrag:
Es zeigt sich, daß nicht nur meine Wenigkeit an der Berichterstattung der BILD zu diesem Thema Anstoß nimmt, fast zeitgleich zu meinem Beitrag veröffentlichte der >>> BILDblog einen Artikel zum obigen Thema.

BILD meint: nr. 24

Mokierte sich die BILD neuerlich doch darüber, dass den Tagesthemen eine >>> Mini-TV-Panne passierte [zugegeben, ein Buchstabe fehlte], und pflegte der >>> BILDblog hierzu eine Gegenstatistik in seine Seiten ein, kommt der große Retter der Rechtschreibung, also die BILD, heute nicht umhin, in ihrer oft nicht nachvollziehbaren Rubrik “Gewinner und Verlierer” erneut denjenigen abzustrafen, der sich seiner Kommata und Buchstaben nicht sicher ist. Es versteht sich von selbst, dass ein solcher Mensch nur auf die Negativseite verfrachtet werden kann. Das hält aber den wahrscheinlich gelangweilten Redakteur nicht davon ab, eigenen Quark in Sachen Orthographie zu produzieren. Das Ganze sah nämlich heute so aus:


>>> Ausriss BILD.de
http://www.bild.de/BILD/news/standards/gewinner-verlierer/gewinner-verlierer.html
Abgerufen am 4. Oktober 2010, 20.00 Uhr.

Und auch wenn das Interview der BILD mit Frau Bundeskanzlerin Merkel mächtig gewesen sein wird, die Rechtschreibprüfung scheint davon keinen Wind bekommen zu haben, denn wie mir ein Wörterbuch auf einer anderen Seite versichert, wird in Deutschland das Eszett im Adjektiv >>> groß immer noch angewandt. Wenn das nicht BILDung pur ist …

BILD meint: nr. 23

Gefrierschrank Deutschland – Kann eigentlich auch mein Handy einfrieren?

Und was ist mit dem besten Stück des Mannes?

>>> BILD-Ratgeber auf bild.de (letzter Abruf: 2010/01/27)

Ersteres wird sich wohl mit einem klaren Ja beantworten lassen können. Frage zwei hingegen läßt nur eine bedingt aussagekräftige Antwort zu: Bei nicht sachgemäßer Handhabung und bei Gebrauch über den eigentlichen Anwendungszweck hinaus wird keine Haftung für Schäden übernommen, die Gewährleistung erlischt ersatzlos.

Schön, daß wir das endlich mal klären konnten …

BILD meint: nr. 22

BILD meint:

Lustiges und Seltsames über Autos – Mit diesem Wissen können Sie prahlen

Hätten Sie gewusst, wie viele Unfälle in Schweden durch Elche verursacht werden? Hier gibt’s die Antwort! Mit diesem Wissen können Sie auf jeder PS-Party punkten!

[...] 20 Prozent aller Autounfälle in Schweden werden durch Elche verursacht …

>>> BILD am 23. Januar 2010 (letzter Abruf: 2010/01/23)

Renke stellt fest:

Seit 1985 sind auf Schwedens Straßen

  • 248 Menschen bei Verkehrsunfällen, ausgelöst durch Elche, ums Leben gekommen
  • 1.907 Menschen bei Verkehrsunfällen, ausgelöst durch Elche, schwer verletzt worden

Quelle:
>>> Statistik der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket
Dödade och svårt skadade efter olyckstyp 1985-2009 / Trafikverket

Die punktgenaue Landung in Sachen Lustigkeit beim Prahlen auf PS-Partys ist bei solchen Zahlen schwer vorstellbar, nicht jedoch die Perversität der BILD.

BILD meint: nr. 21

Ja, lieber Leser, nicht oft kam ich in der letzten Zeit zur Analyse der BILDschen Arbeitsweisen, die, wie diese >>> Blogreihe schon des öfteren bewiesen hat, jenseits von Wahrheit und Qualität liegen. Wenn dann aber vom Springer-Verlag Außerirdische ausgemacht werden, die in meiner unmittelbaren Nachbarschaft für Party am Himmel sorgen, dann komme man meinerseits nicht umhin, investigativ tätig zu werden, natürlich mit meinen bescheidenen Mitteln wie einem PC und nur einem Internetanschluß – also gar nicht zu vergleichen mit den unendlichen Ressourcen des Springer-Verlages. Und dann kommt es eben, wie es kommen muß, denn die BILD meint:

Ufo-Alarm in Norwegen – Mysteriöses Licht hält Tausende Menschen in Atem

[...] Plötzlich tauchte am Dienstagabend gegen 20:45 Uhr am Nachthimmel ein weißes Licht auf. [...] Und Theorien gibt es bereits viele: eine fehlgezündete russische Rakete, ein Meteor, ein neuartiges Nordlicht, ein schwarzes Loch oder eben – ein Ufo!

Erik Tandberg, Chef des norwegischen Space-Centers, sagte zur „Sun”, dass er von dem Phänomen total begeistert war. „So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Er glaubt, dass es sich um die Folgen einer russischen Rakete handelt. Doch das russische Militär hat bereits dementiert.

>>> BILD am 10.12.2009 um 12.54 Uhr

Renke meint:

Schuster, bleib bei Deinen Leisten! Denn in Norwegen sieht man die Sache inzwischen schon ganz anders, auch in den Medien, allerdings scheint die BILD offensichtlich unter Journalismus eben nur zu verstehen, ein englisches Boulevardblatt, die >>> Sun, abzuschreiben, um (mal wieder) Außerirdische auf dem blauen Planeten auszumachen. Was dann zur Folge hat, daß die BILD indirekt wieder die Unwahrheit verbreitet. Glaubt man nicht? Nun denn, in norwegischen Quellen wird davon gesprochen, daß entsprechendes Ereignis nicht am Dienstagabend um 20.45 Uhr eintrat, sondern am Mittwochmorgen zwischen acht und neun Uhr, wie es unter anderem der Norwegische Reichsrundfunk und das Onlineportal VG melden:

onsdagens lysfenomen over Nord-Norge [Lichtphänomen am Mittwoch über Nordnorwegen]
>>> VG NETT

observert over store deler av Nordkalotten onsdag morgen [beobachtet über großen Teilen der Nordkalotte am Mittwochmorgen]
>>> Norwegischer Reichsrundfunk NRK

Nun mag es verzeihlich sein, daß man im Springer-Verlag keinen Redakteur hat, welcher der norwegischen Sprache mächtig ist und deswegen zwischen Dienstag und Mittwoch nicht unterscheiden kann. Peinlich wird es aber, wenn die BILD um 12.54 Uhr, Veröffentlichung des Artikels, behauptet, das russische Militär bestreite, Verursacher dieses Ereignisses zu sein, wenn es doch beim Norwegischen Reichsrundfunk seit 11.47 Uhr heißt:

Det russiske forsvarsdepartementet bekrefter rakettfeil

Torsdag formiddag innrømmet det russiske Forsvarsdepartementet at det var en Bulava-rakett …
>>> Norwegischer Reichsrundfunk NRK

Was dann auf Deutsch heißt, daß das russische Verteidigungsministerium am Donnerstagvormittag eingeräumt hat, daß es eine Rakete vom Typ Bulawa war, die eine Fehlfunktion aufwies. Ergänzend dazu meldet VG dann um 13:40 Uhr:

Den mystiske kjempespiralen var en Bulava-rakett som ble skutt opp fra atomubåten «Dmitry Donskoi» i Kvitsjøen ved Arkhangelsk … raketten ble skutt opp klokken 08.00 onsdag morgen …
>>>VG NETT

Die mystische, riesige Lichtspirale war also eine Bulawa-Rakete, die vom russischen Atom-Unterseeboot “Dmitry Donskoi” in der Weißen See nahe Archangelsk abgeschossen wurde, am Mittwochmorgen gegen acht Uhr. Und wenn nun auch klargestellt sein sollte, daß keine grünen Männchen die Welt erobern werden, schon gar nicht den dunklen und kalten Norden, feiert man in Berlin im Springer-Verlag wieder die Ankunft von ET. Prost!

Nachtrag (19.55 Uhr):
Inzwischen hat auch die BILD spitzgekriegt, genauer gesagt um 15.19 Uhr, daß ET auch weiterhin von einer Landung auf unserem Planeten absieht und berichtet nun wie anderen Medien, daß das “Ufo” nur eine schnöde russische Rakete war, die nicht ganz wie geplant funktionierte. Das Feiern ist somit auch in Berlin beendet.

BILD meint: nr. 20

Auch wenn die BILD mal wieder meint, alles besser zu wissen und jederzeit die volle Übersicht weltweit zu haben, sei einmal mehr der Beweis angeführt: stimmt alles nicht!

So auch in Sachen >>> Überfall auf ein Bargelddepot in Västberga/Stockholm.


Visa större karta

Dieser Überfall wurde am heutigen frühen Morgen filmreif ausgeführt, dabei, und das stellt die BILD sehr richtig fest, ist “SEHR VIEL”* Bargeld gestohlen worden. Daraus aber zu schließen, “dass das Bargeld in der Region um die schwedische Hauptstadt knapp werden könnten [sic!]“* und dabei auch noch einen Finanzexperten in genau diese Richtung zu zitieren, ist wieder einmal mehr wunderbar dem Märchen Alice im Wunderland zuzuschreiben. Denn, zwar hat die Stockholmer Wirtschaft die Befürchtung, daß das Bargeld knapp werden könnte, aber nicht, weil es “SEHR VIEL”* Geld war, welches dem Bargelddepot abhanden gekommen ist, sondern:

Problemet är inte de pengar rånarna har kommit över. Pengarna kan man säkert återställa, säger Dick Malmlund, säkerhetsansvarig på branschorganisationen Svensk Handel.

– Det som är bekymmersamt är att rånarna skadat depån, vilket gör att man inte kan bedriva verksamhet där, fortsätter han.

Enligt Dick Malmlund är säkerhetsföretaget G4S depå i Västberga oerhört viktig för kontanthanteringen i Stockholm.

>>> Dagens Nyheter: Branschen befarar kontantbrist efter rånet i Västberga. (2009/09/23)

Und nun, da die meisten Leser des Schwedischen ja nicht mächtig sind, die sinngemäße Zusammenfassung des Ganzen auf Deutsch. Dick Malmlund, der von der BILD zitiert wird, sagt zwei entscheidene Sachen, nämlich daß das verschwundene Geld zweifelsohne ersetzt werden kann und daß das Bargeld in der Stockholmer Region knapp werden könnte, weil das Bargelddepot in Västberga eine zentrale Rolle bei der Verteilung dessen spielt, durch die massiven Beschädigungen auf Grund des Überfalls jedoch im Moment innerhalb des Verteilersystemes ausfällt. Er ergänzt im weiteren Verlauf des Artikels, daß der Ausfall des Depots nicht kompensiert werden könne, weil alle anderen Verteilerpunkte in der Region voll ausgelastet wären.

Es sei nun dahingestellt, wie man bei der BILD an die Informationen kommt, aber sie sind eben schlichtweg falsch. Der BILD-Artikel suggeriert, durch den Überfall und die hohe Beute ginge nun den Stockholmern das Geld aus, genau deswegen liefe “die Suche nach den Ganoven auf Hochtouren”*. Der Artikel der Dagens Nyheter hingegen, mit der direkten Zitierung von Dick Malmlund, stellt einfach fest, daß man sich in der Stockholmer Region einem Verteilungsproblem gegenüber sieht. Stockholm wird nun also nicht verarmen, weil “SEHR VIEL”* Geld den Besitzer gewechselt hat, schon gar nicht wird der Stadt die Kohle ausgehen*, vielmehr kann man im Moment einfach kein Geld an den Mann bringen. Aber das wäre natürlich zu weichgespült, pardon, es wäre SEHR VIEL weichgespült, wenn Ursache und Wirkung letzten Endes nur halb so dramatisch wären, also eigentlich undramatisch.

Daher wäre es am besten, wenn sich alle Stockholmer und Anrainer morgen auf dem Sergels torg versammelten und kollektiv ihre Plaste- und Elastebezahlkarten verbrennen, dann ginge Stockholm wohl wirklich die Kohle aus … allerdings auch nur wieder, weil man nicht an sie rankäme. Egal.

* = >>> BILD (online): Filmreifer Überfall in Stockholm – Räuber plündern Bargelddepot und flüchten per Hubschrauber (2009/09/23)

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