Archiv für die Kategorie 'elektronisch eingesammelt'

… und der Gefrierer kann abschalten.

Nun kam er ja doch, der Winter. Mit Macht und leicht frostigen Temperaturen hat er Europa heimgesucht, aus Berlin wird mir die letzten Tage furchtbares gemeldet, tanzt das Thermometer doch waghalsig um die -10°C herum, anscheinend mit Freude, zum Leidwesen der Einheimischen.

Hier in Stockholm freut man sich meinerseits über morgendliche -18°C, ich gebe jedoch gern zu, es ist nicht das gleiche Gefühl wie in feuchter Schwüle am Mittelmeer bei 40°C. Und ja, es soll noch tiefergelegt werden, in der Nacht von Samstag zu Sonntag lockt der Wetterbericht mit -22°C in der Stockholmregion, das allerdings schlägt bei weitem nicht meine Tiefkühlerfahrungen in Falun – ich erinnere mich eines morgendlichen Spazierganges vom Studentenwohnheim zur Universität in frisch gewaschenen Jeans bei -33°C, im Januar 2007. Bis heute ist es mir nicht möglich, dieses Ereignis in Worte zu fassen.

Herausfordernd wäre natürlich eine Reise nach Nordschweden am heutigen Abend, bei der ein jeder haushaltsüblicher Tiefkühler einpacken könnte, er wäre einfach zu schwach, aber die zeitliche Not verhindert dies. Das Schicksal ist zwar immer der Meinung, daß ich tropische Temperaturen in Berlin auszuhalten habe, mache ich den Fehler und reise genau im Hochsommer dorthin [40°C plus sind schon vorgekommen], das Gegenteil jedoch, also ein antikaribischer Part, wird mir nicht gewährt.

So, wird Berlin angesichts von -15°C nochmals “furchtbar” und “widerlich” in die Welt schreien, so sollte doch die Zeit einer Strafversetzung nach >>> Lycksele, >>> Sorsele oder auch >>> Arvidsjaur im nächsten Winter gekommen sein, denn dort wird man heute abend über -15°C einfach nur lachen … und vielleicht sogar die Daumen für einen eventuellen, neuen Temperaturrekord drücken.

Väderprognos Norra Sverige, Lördag 2012/02/04, kväll
Wettervorhersage für Nordschweden, 4. Feb. 2012, abends.
Ausriß: >>> SMHI.se [2012/02/04]

[schwedische] Weihnachtsküche

Hin und wieder versuche ich an dieser Stelle ja den kulturellen Austausch. So erklärte ich u.a. vor zwei Jahren den Begriff >>> Julbord [den Weihnachtstisch mit Essen en masse] und ließ den Leser auch einen Einblick in des >>> Schwedens Küche nehmen.

Und da es nun zwei Tage vor dem Feste ist, möchte ich dem Leser nicht vorenthalten, wie der gemeine Schwede den Imbiß für den Heiligabend festlich anrichtet und aufbaut. Selbstverständlich hätte ich auch dieses Jahr gern die schwedischen Weihnachtstraditionen bis zum bitteren Ende ausgefochten und ausgeköchelt [ich erinnere daran: in Schweden tanzt man am Heiligabend um den Weihnachtsbaum], allerdings ist meine Familie der Meinung, daß es logistisch wesentlich einfacher ist, wenn ich gen Heimat fliege anstatt eines familiären Ausfluges nach Schweden. Ich schließe mich freilich dieser Argumentation an und gebe einfach zur Kenntnis, daß es nicht die schwedische Küche ist, die mich zum Verlassen des Landes am Morgen des 24. veranlaßt.

Und nun fein die Äuglein aufgemacht und Film frei für die schwedische Weihnachtsküche.


>>> Regular Ordinary Swedish Meal Time auf YouTube

[zu oder nach] Renke?

Von >>> Renke auf Tomaten-Olivenöl-Dressing über >>> der Ehrliche, der Treue und der im Rat Starke (der Kundige) nun also auch nach Renke. Das nenne ich Progression in ihrer reinsten Form.

[Was wäre die Welt nur ohne Google Maps?]


Größere Kartenansicht

Das ist ja allerhand!
Mit Vögeln, Google und Bing in der U-Bahn.

Das Leben tobt in der schwedischen Hauptstadt, jeden Tag aufs Neue. Wenn ich einmal nicht damit beschäftigt bin, mit der S-Bahn durch die unendlichen Weiten von Signal- und Weichenstörungen zu gleiten, vergnügt man sich meinerseits immer wieder, dies auch gern, mit seinen Schülern, die weiterhin, oder immer noch, fleißig dem Deutschunterricht frönen. Dies hat den unangenehmen Nebeneffekt, daß ich meinen PC am Abend nicht mehr leiden kann, die Kiste bleibt einfach aus, und ja, der Blog fristet dann zuweilen ein unsägliches Schicksal im weltweiten Netz.

Dennoch, am heutigen Abend gelüstete es mich förmlich, die Kiste zum Laufen zu bringen, las ich doch einen interessanten Artikel in der Zeitung, den ich meinen Schülern nicht vorenthalten wollte. In Stockholm soll es nämlich neuerdings schwarzfahrende Tauben geben, die sich jeden Tag dazu entschlössen, eine Station mit der U-Bahn zu fahren. Die grüne Linie wäre es, von Farsta Strand nach Farsta, so die Zeitung. Die Fahrzeit beträgt ungefähr eine Minute und 20 Sekunden, die Entfernung kann mit ungefähr 1.092 m angegeben werden. Der Artikel fährt fort und weiß, daß die Tauben den Berufsverkehr mieden, sie benutzten also die verkehrsschwachen Zeiten,  und das Vehikel vorschriftgemäß vom Bahnsteig aus bestiegen. Kritisch angemerkt wird, daß sie für die Beförderungsleistung kein Entgelt berappen würden, allerdings, und dies wird nun wieder hervorgehoben, machten sie während der kurzen Reise auch keinen Gebrauch von ihrem Hinterteil, eine saubere Sache, meint zumindest die Verkehrsgesellschaft. Deswegen würde man auch von einer Eintreibung des Beförderungsentgelts absehen. Und um dem Ganzen nun noch einen Hauch Akte X hinzuzufügen, weist man seitens der Verkehrsbetriebe darauf hin, daß dieses Phänomen ein Mysterium sei, die beste Erklärung für die u-bahnfahrenden Tauben sei, daß diese in Farsta einfach mehr zu Fressen bekämen, befänden sich dort doch viele Cafés und Imbißbuden.

Und ist es an sich ja schon unerhört, daß Vögel in einer Stadt inzwischen so faul sind, daß sie anstatt des Direktfluges eher auf eine U-Bahn warten, die in der Nebenzeit auch nur alle 10 Min. fährt, um einen guten Kilometer zurückzulegen. Wenn das so weitergeht, schieben wir sie vielleicht in Zukunft auch noch mit dem Kinderwagen auf den Bahnsteig? Schlimmer wiegt allerdings der Umstand, daß ich eigentlich vor hatte, diesen Artikel zu übersetzen, also von Schwedisch nach Deutsch, um ihn dann morgen mit meinen Schülern wieder in die andere Richtung zu übersetzen, also eine kleine, aber doch leichte Textübung. Und entgegen meiner eigenen Prinzipien – was habe ich nicht versucht, um meinen Schülern einzubleuen, sie mögen doch bitte nicht Google und Co. zu umfangreichen Übersetzungen benutzen, es käme alles dabei heraus, jedoch weit von sinnvoll entfernt – habe ich den Artikel durch Googles und Bings Übersetzung gefeuert.

Da wird aus der Betreibergesellschaft, MRT genannt, die für den Betrieb und Unterhalt der U-Bahn in Stockholm zuständig ist, auf einmal eine Firma, die für den Betrieb und Aufrechterhaltung der Erde sorgt (Google). Der gute alte Berufsverkehr wird mit einer eiligen Stunde übersetzt (Bing), und plötzlich gehen die Tauben sogar zu Fuß, obschon sie doch eigentlich fahren (Bing). Daß dann aus dem mit einem Federkleid ausgestatteten Schwarzfahrer urplötzlich ein “Feder verkleideten Dieb Athleten” wird (Google), ist da eigentlich nur noch Nebensache. Und letzten Endes ist ja auch völlig unerheblich, ob die Tauben nun in der Nebenverkehrszeit mit der U-Bahn fahren oder, aus Bings Perspektive, doch die Flüge nähmen, die nicht ganz so voll wären.  Wenn sie dann also von Farsta Strand nach Farsta mit der U-Bahn fahren, oder wie es Google beschreibt: “Die Tauben heimlich in Autos an Farsta Strand und Stechen an der nächsten Station, die Farsta ist.”

Es sticht mich nun auch, nämlich im Kopfe, denn die Arbeit, die ich mir ersparen wollte, eine Übersetzung meinerseits, steht nun doch auf dem Plan. Und eigentlich könnte ich damit auch schon fertig sein, spielte ich nicht andauernd mit der Technik, die ich doch eigentlich verteufele. Schuster, bleib bei deinem Leisten! – ich also beim Übersetzen, und Google und Bing vielleicht beim Suchen?

>>> Originalartikel auf DN.se
>>> Übersetzung Google
>>> Übersetzung Bing

Danke. Goethe-Institut.

Silvia (aus Italien) und ich (aus Deutschland), in Schweden sitzend und zusammen wohnend, bewundern die Arbeit des >>> Goethe-Instituts in Rom und werden in Zukunft hart daran arbeiten, uns an die nationalen Macken, wie in dem Filmchen unten aufgezeigt, zu halten. Das inkludiert natürlich, daß Silvia in Zukunft den Müll direkt aus der Küche vom Balkon runter schmeißt und ich werde wohl gleich gen Birkenstock flitzen, Sandalen fehlen [noch] in meiner Schuhkollektion  …  Va bene!

Warmer Sommer [oder so ähnlich].

2011/08/12 - Wetter Stockholm Arlanda flygplats; 3.20 Uhr.

2011/08/12 – Wetter Stockholm Arlanda flygplats; 3.20 Uhr.
Ausriß: http://www.klart.se

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