So kann es auch gehen.

Einen Tipp von einer Kollegin bekommen, daß eine weitere Firma deutschsprachige Touristenführer sucht, händeringend. Nun denn, Telefonnummer geschnappt, zwischen zwei Unterrichtsstunden in Deutsch einfach angerufen, und den Job direkt am Telefon bekommen. Dies heißt nun im Umkehrschluß, daß ich den ganzen Sommer lang nicht durch die Welt fliegen werde, sondern Massen von Touristen durch Schlößer und die Altstadt bugsiere, Vasamuseuum inkludiert. Sicher, ich werde wohl im August das Verlangen verspüren, einen Bunsenbrenner an der Hand zu haben, wenn ich dann zum hundersten Male durch das Königliche Schloß wandele, aber auf der anderen Seite muß das Überleben ja gesichert werden, von Flugbenzin werde auch ich nicht satt (was natürlich bedauerlich ist).

Ein interessantes Experiment für mich!

aufgesammelt nr. 243

Wer sich viel über Undankbarkeit beschwert, ist ein Taugenichts, der niemals aus Menschlichkeit, sondern aus Eigennutz andern gedient hat. Wenn man es für eine Schuldigkeit hält, zur Glückseligkeit der Menschen, so viel man kann, beizutragen, so wird man sich nicht darum bekümmern, was die Gutthaten für eine Würkung auf der andern Gemüther, in Absicht unser hervorbringen. Ein ehrlicher Mann kann nicht einmal auch nur den bloſsen Gedanken leiden, daſs jemand gegen ihn undankbar sey.

Ewald Christian von Kleist. In: Ewald Christian von Kleist’s sämtliche Werke nebst des Dichters Leben aus seinen Briefen an Gleim. Herausgegeben von Wilhelm Körte. Johann Friedrich Unger Verlag, 1803, Berlin. S. 136 f.

Ein schwedisches Wort – nr. 46
[resp. unabdingbares Nahverkehrsvokabular]

Wenn einer Reise tut, so kann er viel erzählen. Und wer dies als Individualtourist oder Einwohner nun unbedingt mit dem Stockholmer öffentlichen Person- und Nahverkehr machen möchte oder machen muß, der sollte grundsätzlich ein paar Kenntnisse in Sachen “Fehlermeldungen” haben, die hier und da, gerne eigentlich jeden Tag, auf den elektronischen Anzeigen von U-Bahn, Pendeltåg (S-Bahn), Bus und verschiedenen Lokalbahnen auftauchen und den Reisenden darauf hinweisen, daß eine unkomplizierte Reise von A nach B an dieser Stelle ihr plötzliches Ende findet und der Kampf ums Überleben inmitten des Stockholmer Nahverkehres unmittelbar bevorsteht. Weiterlesen

Ein bißchen F-down [alt. Falun - Sthml in 14 km]

Aus Zeitgründen bin ich bisher nicht dazu gekommen, einem Ereignis von Wichtigkeit die angemessene Ehre zukommen zu lassen, nämlich eine kleine Wiedervereinigung mit zwei ehemaligen aus Britsen, alle drei haben wir doch das berühmt berüchtigte >>> F-down überlebt. Als da nämlich die Kerstin wäre, die nach einem Austausch wieder in die Heimat nach Deutschland flog, und die Samaneh, die ein halbes Jahr vor mir flügge wurde und gen Stockholm aufbrach. Wir drei haben uns also nach einer langen Zeit wiedergesehen, in der schwedischen Hauptstadt, und bei einem kleinen Spaziergang von exakt 14,92 km alte Zeiten wieder auferstehen lassen. Herrje, ich kann schon behaupten, daß ich das Britsen-Gefühl etwas vermisse, naja, eigentlich vermissen es ja auch die anderen zwei. Diese nicht enden wollenden Diskussionen um die Küchendienste, spontane Märsche auf die Schanze, ein bißchen Fußball-WM, die eine oder andere gemütliche Runde auf dem Dach im Morgengrauen, explodierende Küchenutensilien und völlig unbegabte Mitmenschen, die einem, also mir und Kerstin, die deutsche Sprache erklären wollen. Samaneh wurde für andere kulturelle Auskünfte mißbraucht. Wir drei also haben den letzten Samstag genutzt, um sieben Stunden lang die Stadt zu entdecken, zu klönen und um auf Södermalm einen Imbiß einzunehmen. Ja Kinders, dat war einfach nur chic.

2011/05/14 Stockholm [Fjällgatan] - v.l.r. Kerstin, Renke, Samaneh. Mit Panorama und fremder Person.
2011/05/14 Stockholm [Fjällgatan] – v.l.r. Kerstin, Renke, Samaneh. Mit Panorama und fremder Person.


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Und da uns nach den vierzehn Kilometern immer noch nicht der Kopf vom Körper fiel, sahen wir sogar noch dem Eurovision Song Contest zu, nahmen allerdings leicht irritiert den Sieg von Aserbaidschan zur Kenntnis, zu Zuckungen waren wir dann aber nicht mehr in der Lage.

Tja, das erste kleine aber feine Wiedersehen mit einigen Britslern ist also geschafft, ich freue mich schon auf den Jahreswechsel, in Berlin, es werden dann noch ein paar mehr … Paßte nun der Titel “Junge, komm bald wieder”??? Es sollte einer Eruierung zugeführt werden …

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