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Berlin, Berlin … Berlin!


2010/07/10 * Approach/Landing EDDT/TXL/Berlin Tegel, rwy 08L * Air Berlin 8100, B737-86J, reg. D-ABKK * Arriving from ESSA/ARN/Stockholm Arlanda.

Ich weiß, irgendwann schmeißen mich Air Berlin und Co. aus ihren Flugzeugen raus, aber ich kann es einfach nicht lassen, das mit dem Filmen. Allerdings fande ich das Wetter am Sa in Berlin unerhört: morgens um acht erwartete mich Tegel mit 29°C, wir sind in Stockholm bei erfrischenden 17°C losgeflogen. Daß man dann bei 39°C eigentlich nur noch apathisch in der Ecke an der Wand kleben konnte, erklärt sich von selbst. Aber der Aufwand und die körperlichen Qualen haben sich gelohnt, schließlich galt es, die Kirstin zu einem runden Geburtstag zu überraschen, was mit Hilfe der ganzen Familie wunderbar gelungen ist. Ich war aber froh, am So den Ofen Berlin wieder verlassen zu dürfen, ärgere mich aber immer noch, daß ich beim Einsteigekampf am Flughafen Schönefeld die Fahnen gehißt habe (bei Ryanair herrscht ja freie Sitzplatz[kampf]wahl) und mit dem vorliebnahm, was am Ende übrig blieb (Sitz 4C, Gang). Damit konnte ich nämlich unsere diversen Anflug- und Landeprobleme auf Grund des hitzigen Wetters nicht auf die Speicherkarte bannen. Das Wort Ausrutscher darf man im Falle dieses Fluges im Übrigen wörtlich nehmen!

Nun denn, Falun macht sich in den letzten Tagen bezüglich des Wetters nicht besser, wir wanken hier zwischen tropischer Luft auf Grund von Dauerregen bei 29°C und totalem Sonnenbrand auf Grund einer aggressiven Sonne. Und auch in Schweden machen Tornados die Landschaft unsicher, so richtete eine >>> Trombe am Sonntag in der Nähe von Falun hier und da ein bißchen Schaden an, Menschen allerdings wurden nicht verletzt. Und genauso wie in der alten Heimat wartet man hier sehnsüchtig auf die Abkühlung, die sich nachts zwar einstellt, aber durch eine sehr früh aufgehende Sonne relativ zeitig am Morgen schon wieder verschwunden ist.

Meiner einer widmet sich weiterhin dem Arbeiten und wir dann am kommenden Sonntag schon wieder in den Flieger steigen, diesmal der Bildung wegen. Aber bis dahin ist noch ein bißchen Zeit gegeben, daher schließt man an dieser Stelle den Eintrag schon wieder … [ich verspreche, daß nach dem Sommer wieder eine gewisse Regelmäßigkeit auf diesen Blog zurückkehren wird!]

F-down.

Guys, I will miss you!!!


2010/07/04 Falun/Britsen/F-down … (v.l.n.r.): Magnus, Lotta, Samaneh, Gian Marco, Renke, Kerstin, Johannes.

Missing: Elena, Laura, Erik, Denis.

What a year!

(feindliche) Bücher.


2010/07/01 Högskolan Dalarna, Högskolebiblioteket i Falun. Wirkungsstelle.

In drei Wochen sind bisher 20.000 Bücher durch meine Hände gegangen, ebensoviele Etiketten mit >>> RFID-Chips von der Kleberolle in ein Buch befördert worden, abertausende Male wurde der Scanner gezückt, um die alten Strichcodes auf den Büchern und deren Infos, gesammelt in einer Datenbank, mit den neuen Chips zusammen zu führen. Jedes einzelne Buch wurde mit viel Liebe und Sorgfalt aus den Regalen zum Konvertierungswagen gebracht und nach bestandener Umrüstung mit gleicher Lieben wieder auf seinen Stammplatz gehoben.

Aber wie das Bild es schon erahnen läßt, noch lange ist damit nicht Schluß, auch die nächsten zwei Wochen werde ich werktäglich sechs Stunden lang das Gedruckte mit dem Funk vereinen — auch wenn mir Bücher langsam aus dem Halse hängen. Hätte ich meinen schwedischen Kollegen nicht, der im Übrigen durchaus gewillt ist, von mir zu lernen, insbesondere wenn er wieder wüste Beschimpfungen meinerseits in Richtung Buch oder Technik auf feinstem Deutsch vernehmen darf, erführe wohl das eine oder andere Buch zusammen mit dem PC und der Datenbank, wie es sich anfühlt, wird man unkontrolliert durch die Lüfte befördert. Da er aber gekonnt solch Anwandlungen meinerseits unterbrechen kann, gehen die Bücher und ich stets unentschieden auseinander. So konnte er berichten, daß jüngst ein Lokführer folgende Ansage an seiner Passagiere richtete: “Nächster Halt – Hölle. Ich habe soeben einen Vogel überfahren.” Gewiß, der Vogel war futsch, im ward nicht mehr zu helfen, warum der Lokführer dann aber gleich den ganzen Zug ins Verderben reißen möchte, hat sich mir auch nach umfangreicher Diskussion mit meinem Kollegen noch nicht erschlossen, was wohl auch daran liegen mag, das ernste Reflexionen unsereits noch nicht vorgenommen wurden.

An dieser Stelle soll dies freilich aber nicht vertieft werden, nun gilt es erst einmal, das Wochenende zu überstehen, werden doch ungewöhliche 30°C vorausgesagt. Und bevor nun krakelt wird, in Deutschland erwartete man 40°C, möchte ich ganz prophylaktisch daran erinnern, daß ich im Norden bin und wir eigentlich schon bei 25°C recht warme Ohren kriegen.

In diesem Sinne: Frohes Triefen uns allen … es kann nur noch besser werden.

Standortfrage.

2010/07/02 Falun/Lugnet – auf der Schanze.
2010/07/02 Falun/Lugnet – auf der Schanze, kurz nach Mitternacht.

[Schicksal] Schanzenampel.


2010 Midsommardagen, Mitternacht. Falun/Lugnet – Schanze.

Erreicht.

Auch wenn der Eindruck enstehen könnte, was ich auf Grund der hiesigen Nachrichtensperre auf diesem Blog verstünde, es passierte nichts in Falun und bei mir, so kann ich heute, es ist noch leicht surreal, kundtun, daß ich mein Ziel erreicht habe: Lehrer in Schweden in den Fächern Deutsch und Englisch, in Vollzeit, in einer Stadt nahe Falun. Ich darf also wieder Bus fahren, werktags. Was, wenn in ein paar Monaten nochmals thematisiert, wohl ein kleines Übel sein sollte. Ab 16/8 geht es los. Ich sollte dem Wort surreal an dieser Stelle nochmals Nachdruck verleihen.

Und es sei mir an dieser Stelle gestattet, daß ich ein bißchen reflektiere, und zum Schluß komme, daß ich all denen danke, die mir meinen Schwedentraum ermöglicht haben. Die Höhen und Tiefen waren sicher nicht immer leicht für die Familie, die meinige, eine sanfte, dennoch deutliche Ansage war hier und da notwendig. Es wäre ohne sie aber nicht gegangen, nicht ohne die Ansage und nicht ohne die Familie. Umso mehr freue ich mich, daß ich das Zepter an meine Schwester weitergeben kann und darf, die alsbald auch das Ausland aufsucht. Zwar wird im Gegensatz zu mir nur eine temporäre Abwesenheit vollzogen, schaden sollte sie aber nicht! Die Daumen werden auf jeden Fall zweimal gedrückt!

Ich darf noch mal das Wort surreal in Erscheinung treten lassen.

Wesentlich zum Erreicht haben auch all diejenigen beigetragen, die einfach an mich geglaubt haben. Zwar erinnere ich mich dessen, daß man hier und da unkte, er käme zurück bzw. war man zuweilen davon überzeugt, daß die Luft etwas dünn war, als ich am 12. Januar 2005 gen Schweden aufbrach, aber letzten Endes sah man ein, daß ich nicht vom kalten Winter abzubringen sei, der durch hellle Sommernächte abgelöst wird. Und genau deswegen danke ich allen da draußen, wo auch immer sie im Moment seien mögen, daß sie als Freunde da waren und immer noch vorhanden sind. Daß sie mich, es muß eine Verschwörung mit meiner Familie gewesen sein, angetrieben haben, wenn man meinerseits den Faden verloren hatte. Daß sie in Falun waren, um das schwedische Renke-Chaos hautnah mitzuerleben. Daß ich immer wieder einen Platz in Deutschland finde, wenn mir danach ist. Daß man unzählige Skype-Stunden und -abende vor dem PC verbracht hat. Daß man mir, da ich doch nicht der einzige Deutsche hier bin, unter die Arme gegriffen hat, wenn ich mit dem schwedischen System meine Grabenkämpfe hatte, gar Post nachschickte, um ein Fortkommen zu sichern. Daß man mich nicht vergißt, auch wenn ich im hohen Norden weile. Daß man sich einfach interessiert. Daß man einfach da ist. Schweden ist eben nicht allein auf meinem Mist gewachsen.

Ich meine, nein es dünkt mich, mehr kann ich Moment eigentlich nicht sagen. Nun gilt es einfach, ins kalte Wasser zu springen und zu gucken, was mir im August blüht. Eine Herausforderung sollte es sein – ich sehe mich schon vor den einzelnen Klassen, mein bestes Schwedisch auf den Lippen, und die Katastrophe tritt ein: Renke, vi förstår dig inte – die mich aber nicht angeht. Schwedischlehrer bin ich nicht, werde ich nicht, und so kann man doch als glänzendes Beispiel dafür vorangehen, daß Fehler eben doch den Meister machen.

Sollte Grund zur Beschwerde bestehen, werde ich von mir hören lassen.

Und ganz zum Schluß möchte ich ein einfaches, aber unbedingtes Durchhalten nach Berlin schicken.

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