[brennende] Gedanken.

Die Stunde ist zu Ende.“Hunger Games“, in English, of course! 27 Schüler raus. Ich brauche die Pause!

Es wabert. Riecht. Nebel?

Verkohltes Gummi auf der Zunge? Kollegen, rennend, untersuchend.

Es wabert immer noch. Ein Schüler: „Renke, es brennt!“

Wo? Ein Scherz? Das Gummi wiegt schwerer.

Alarm.

Es wabert immer noch. Nur ein bißchen schwerer. Mehr Geschmack. Auf der Zunge. Und ein Ziehen, anfangs nur ein leichtes, in den Augen.

Und wo ist meine Klasse?

Es schreit im Ohr. Der Alarm.

Und da ist sie! MEINE Klasse! Direkt in einer Prüfung. Mit einer Kollegin. Raus?

RAUS!

Große Augen, viele Fragen. Zweifel? Vertrauen! Raus. Einfach nur raus.

Die Feuerwehr kommt.

Meine Klasse ist draußen.

Toiletten? Leer? Dichter Rauch. Korridor A leer? Dichter Rauch. Etwas übersehen? Treppe, Raum 13? Sind alle draußen?

Ich bin kein Feuerwehrmann.

Punkt.

Und danach noch zwei weitere Brandstiftungen, die Turnhalle musste herhalten. Und die Nachricht aus >>> Trollhättan.

————–

Stolz auf meine Klasse. Stolz auf meine Schüler. Stolz auf meine Kollegen.

Restlos leer. Restlos.

Die Muffe saust immer noch.

————–

Wieso?

[im Zweifel gilt immer:] Der Lehrer ist schuld!
Akt 1

Gespräch einer Klassenlehrerin mit einer Schülerin und ihrem Vater, es wird auf Schwedisch „utvecklingssamtal“ genannt. Frei übersetzt ist dies ein Gespräch über die Entwicklung der Schülerin in der siebten Klasse. Die Schülerin erklärt während dieses Gespräches, daß ihr Englisch schwerer fallen würde als in der 6. Klasse1. Vor allem der mündliche Unterricht wäre diffiziler, sie verstünde den Lehrer nicht.

Die Erklärung des Vater folgt prompt: Es liegt sicherlich an dem für die Schülerin neuen Englischlehrer, kommt er doch aus Deutschland und hat einen deutschen Akzent, wenn er Englisch spricht.

Gott sei Dank, und ich hatte schon die Befürchtung, der Schülerin fehlen nach fünf Jahren Englisch in der Schule gewisse Grundfertigkeiten und ein angemessener Basiswortschatz.

Bleibt nur der Schrank und das innige, vertiefende Gespräch mit mir selbst.

= meine Schule geht von Klasse 7 bis Klasse 9, die Schülerin besuchte also von Klasse 1 bis 6 eine andere Schule

Jag är så jävla hypad!!!*

* Völlig aus dem Häuschen!

Erklärung. Folgt!

Man sitzt nichts ahnend am Flughafen. Wie immer. Man erwartet nur die Verspätungsmeldung.
Und guckt. Die Emails. Zwanzig mal? Vierzig mal? Wie oft unterbricht man den Tag für Emails?

Zu oft!

Und dann schneit es rein. Unerwartet. Spät. Freitag, nach 17 Uhr. Die machen wohl Überstunden.

UND. Endlich. Diese Woche war einfach nur … anstrengend. Grenze. Vielleicht. Drüber. Davor. Egal!

leg

 

Dieses Dokument bedeutet Freiheit! Und Renke! Völlig aus dem Häuschen!

Endlich. In Schweden kriegen Ärzte eine Legitimation. Und Lehrer. Leider kriegen wir nicht das gleiche Gehalt.

Ich weiß im Moment nicht, wie ich die Wichtigkeit erklären soll, könnte, muss? Sollte es reichen, wenn ich sagte, ein Bier wäre angebracht?

Malin, tack för din hjälp! Och din kompetens! Stor kram.
Mohammed, tack för att du lyssnade. Och pushade mig!

Ekilla-gänget: Danke und Punkt! Ses på tåget (VIKTIGT! Tacksam!)

Genug Schwedisch! Kann jemand den Rest übersetzen??? Bitte? Völlig aus dem Häuschen!?!

Behörighetsförteckning

Die Segel streichen …

… oder Augen zu und durch?

Wieso gibt es eigentlich nicht den ultimativen Guide? Durchs Leben? Für alles? Und nichts?

Wieso sitze ich abends um halb elf vor dem PC und überlege, ob ich kündigen will?

Wieso darf ich nicht das in die Welt posaunen, was mir eben in den Sinn kommt?

Wieso funktioniert meine Schule nicht?

Wieso gibt es eigentlich ein (pädagogisches) Pflichtgefühl?

Wieso habe ich keine Lust mehr?

Wieso muss ich diesen ganzen Mist mit mir selbst abmachen?

Weil die Summe aller meiner Fragen das Leben ist?

Weil ich eigentlich völlig verwirrt bin.

Weil zehn Jahre Schweden eben doch nicht genug sind.

Weil ich an meine Schüler denke.

Weil ich Panik bekomme.

Weil es mir nicht gutgeht.

Und morgen?

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