Was ist eigentlich ein ESSA1R?

Weder ein Tierchen, ein possierliches, ist es  noch ein Geheimcode für irgendein Schließfach auf dem Bahnhof Prora (Rügen). Dennoch häufen sich die Anfragen, was es denn mit diesem Ausdruck auf sich haben könnte, den der Renke zuweilen im Web nutzt. Zwar ist nicht überall Renke drin, wo ESSA1R draufsteht, aber so kann man mich u.a. auf Skype finden, was ich ja nun mehr als häufig nutze.

Tja, ich mache das mal ganz kurz und schmerzlos. ESSA bedeutet nichts anderes als Flughafen Stockholm Arlanda, wenn man den Code der >>> International Civil Aviation Organization anwendet. 1R ist die Pistenbezeichnung für eine der drei Landebahnen auf selbigem Flughafen, auf welcher ich 2003 das erste Mal schwedischen Boden erreichte, auf dieser also offiziell das erste Mal in Schweden aufklatschte. Landebahn 1L war zu der Zeit übrigens noch im Bau. Flugbekloppte, ich inkludiere mich nun mal, werden wahrscheinlich jetzt auf Grund der einfachen Erklärung schreiend wegrennen, auf der anderen Seite wird es nun sicher Flugreisende geben, die meinen, auf ihren Gepäckabschnitten würde niemals ESSA stehen, fliegen sie nach Stockholm Arlanda. Dies ist so auch richtig, denn wird in der Kommunikation mit Reisenden grundsätzlich der Code der >>> International Air Transport Association benutzt. Und dann wird aus ESSA ganz einfach ARN. Spannend, nicht wahr?  Genauso wie aus EDDT dann TXL (Berlin Tegel) wird, aus EDDM das MUC (München), aus EDDV das HAJ (Hannover), aus EDHL das LBC (Lübeck), aus EDDH so das HAM (Hamburg), aus EDXW das GWT (Westerland auf Sylt), aus EDXY das OHR (Wyk auf Föhr), aus EDDF das FRA (Frankfurt) und aus EGLL das LHR (London Heathrow).

Durchgeknallt ist er, könnte man nun meinen, andererseits doch recht individuell. Denn ist es bei meinem Vornamen eigentlich, salopp formuliert, Jacke wie Hose, ob ich nun als Fisch durchgehe oder als Flughafenbuchstabensammler, nicht wirklich sieht man den Unterschied, denn ganz im Ernst, so doll ist es ja mit dem Namen Renke auch noch nicht, man arbeitet in Deutschland daran.

Wie dem auch sei, wer noch mehr wissen möchte über Codes und Zeichen, der kann unter den obigen Links Hilfe finden, denn wer weiß schon, daß AB und BER die Codes für AIR BERLIN sind oder FR und RYR für RYANAIR? Und damit sei es dann auch getan, das mit dem ESSA1R – denn trotz aller Fliegerei gilt es freilich immer, den Boden unter den Füßen zu behalten.

Ein schwedisches Wort – nr. 39

Jag är nästan död nu!

Ich weiß gar nicht, ob das einer gewaltigen Erklärung in der Übersetzung bedarf. Sollte man es umschreiben, so kann man sich vielleicht den Renke einfach vor dem PC vorstellen, die Zunge hängt ihm raus, die Augenbrauen sind mit einem Tacker fixiert worden, das Hirn wandert in dunklen Gräben, die Augen sehen Schlümpfe und alles schreit nach einem einzigen Wort: SCHLAF. Nun kann man ja geteilter Meinung sein, ob Studenten faul und träge sind und eigentlich nichts anderes machen, als täglich ihren blanken Hintern in die Sonne zu halten. Meiner einer ist heute um fünf aufgestanden, bis 15 Uhr in Svärdsjö gewesen (man waren die Schüler laut), zu um 16 Uhr zurück nach Falun gefahren, dort noch drei Stunden in der hiesigen Bibliothek zugebracht, kurz vor acht noch in den LIDL reingehetzt, um neun endlich das Abendessen fertig gehabt, noch fix die erste von morgigen drei Unterrichtsstunden vorbereitet, und nun ist SCHLUSS. Denn, morgen wird er wieder um 5 aufstehen, die anderen zwei morgigen Stunden vorbereiten, in den Bus hüpfen, Svärdsjö unsicher machen, Schüler quälen, Bus fahren, Kontrollen kontrollieren und hat man nicht gesehen. Genau. Und dann wird er abends wieder feststellen:

Ich bin jetzt fast tot.

Naja, nicht, daß ich mich nun beschweren wollte, aber mich dünkt, ganz untätig war ich dann wohl als Student doch nicht …

In diesem Sinne, gute Nacht!

Ein schwedisches Wort – nr. 38

höstlovet – die Herbstferien

Und diese, also die Ferien (ett lov) im Herbst (höst), haben für mich heute um Punkt 12 Uhr, für meine Achte und Neunte etwas später, so gegen 14 Uhr begonnen. Was dann auch nichts anderes heißen soll, als daß ich die kommende Woche von Schunkel-Schnell-Fahrten im Bus nach Svärdsjö verschont bleibe, die Uhr morgens um fünf ihre Stunde schlagen kann, wie sich möchte, ich werde es nicht mal der Kenntnisnahme zuführen, die Bücher im Regal bleiben und keiner sich einer meiner gnadenlosen Grammatikfragen stellen muß, es sei denn, mich beliebt es, die Küche zu terrorisieren.

Und auch wenn die Herbstferien in Schweden früher als potatislovet, also die Kartoffelferien (potatis ist nämlich auf Deutsch die Kartoffel) bezeichnet wurden, weil die armen Schulkinder nämlich frei bekamen, um auf dem Acker zu schinden, werde ich die Ferien wohl eher dazu nutzen, um mal wieder die Wälder unsicher zu machen, die Schanze zu erklimmen, vielleicht auch mal einen Ausflug nach Rättvik oder Leksand zu unternehmen, keinefalls jedoch werde ich auch nur ansatzweise ein pädagogisches Buch in die Hand nehmen. Eher werden sie einer Zerschredderung zugeführt denn beachtet. Sicher, hier und da wird wohl ein Besuch in der Bibliothek fällig, allerdings mehr oder weniger dahingehend, daß man sich mal wieder die deutsche Literatur zu Gemüte führt, denn das passiert hier im Moment viel zu selten. Zwar nehme ich die Schreckensnachrichten über tieffliegende Börsenkurse und geplantes Chaos bei der Bahn zur Kenntnis, wenn ich aber ehrlich bin: eigentlich isset mir wurscht – schließlich habe ich Ferien. Und da kann man ruhig einmal die Börse sich selbst überlassen und die Bahn über den Jordan schicken. Und mehr habe ich eigentlich im Moment nicht zu vermelden.

Ein schwedisches Wort – nr. 37

ett teletorn – ein Fernsehturm

Man staune, man staune: Renke + Falun = Fernsehturm? Aber sicher, lieber Leser, nur weil Falun in der Mitte Schwedens liegt, heißt dies nicht, daß wir hier auf die Annehmlichkeiten der städtischen Architektur und des modernen Fortschritts der Zeit verzichten. Im Gegenteil! Nicht umsonst haben wir einen teletornsvägen, einen Fernsehturmweg, auch wenn dieser dem Anschein nach mitten in den Wald führt, hinein in die Wildnis Dalarnas. Aber, nun will ich auch nicht weiter faseln und unken – hier ist er:

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