(sprachliches) Hoch!

Das erste Online-Seminar innerhalb meines >>> Nordischen Masterprogrammes in der Fachrichtung Deutsch:

Renke kommt an. In Norwegisch die Frage, ob ich da wäre. Die Antwort auf Schwedisch. Der Techniker im Hintergrund auf Englisch. Ein Teilnehmer fragt auf Deutsch, ob er zu hören wäre. Die Antwort auf Norwegisch. Ich denke Schwedisch. Das Seminar ist eigentlich auf Deutsch. Der Techniker gibt auf, er benutzt die englische Sprache. Ein Teilnehmer deutet auf seine Anwesenheit hin, auf Norwegisch. Ich versichere die meinige, auf Schwedisch. Der Kurs beginnt … auf Deutsch. Havarie mit der Technik auf Schwedisch. Die Anleitung für das Reparieren auf Norwegisch. Zwischenruf, undeutlich, auf Englisch, der Techniker zuckt doch noch einmal. Das Seminar beginnt, die Zweite. Ich bin durch. Auf … Ich nehme sie alle!

Und alles wird gut! Interkulturelle Kommunikation.

Geschafft!

Liebe schwedische Eltern!

Liebe schwedische (und vielleicht auch deutsche) Eltern!

Eine ganz einfache Frage:
Wenn Ihr (ich kann auch das Sie, auch wenn das in Schweden unangebracht ist, deswegen bleiben wir beim DU) in den Urlaub fahrt, erklärt Ihr dann

  • der Lokführerin oder dem Lokführer, die/der Euch im Zug zum Flughafen bringt, wie er ihre/seine Lokomotive, die ja ein paar Tonnen wiegt und durchaus flotte Geschwindigkeiten erreichen kann, zu steuern hat?
  • der Pilotin/dem Piloten, wie sie/er das Flugzeug mit dem Flugplan zu füttern hat, wie die Klappen richtig einzustellen sind, die richtige Flughöhe zu finden ist, die Landebahn genau mittig zu treffen ist?
  • der Towerlotsin/dem Towerlotsen, wie sie/er die Flieger richtig zu staffeln sind, wie die Landebahn richtig ausgewählt wird, wann die Landeerlaubnis zu geben ist?

Wenn Ihr nun dreimal mit einem Nein geantwortet habt und meinen Metahphern etwas abgewinnen könnt, dann vertraut Ihr auch den Kompetenzen einer Lehrerin/eines Lehrers. Mein Herzschlag sinkt und ich bin dankbar, dass ich meiner Berufung nachgehen kann, ohne dass ich mit einem Herzkasper im Klassenzimmer stehe und Zurechtweisungen eines Elternteils nach gegebener Stunde befürchten muss.

Wenn Ihr nun dreimal mit einem Nein geantwortet habt und meinen Metaphern keinerlei Verständnis entgegenbringen könnt: Meine Ausbildung hat genauso lange gedauert, wie bei den oben beschriebenen Berufen. Ich spreche drei Sprachen fließend. Ich arbeite meist mehr als in den oben genannten Berufen. Ich stelle mich auf jede Schülerin und jeden Schüler ein, auf die individuelle Bedürfnisse, Lernziele und Fähigkeiten. Lasst Ihr mich bitte meinen Job machen?

Oder Ihr kommt einfach mal an einem gewöhnlichen Montag bei mir vorbei und wuppt vier Stunden Deutsch, so aus dem nichts. Oder wie sieht es mit Donnerstag aus? Drei Unterrichtsstunden Deutsch und zwei in Englisch? Samt Vorbereitung, Nachbereitung und Korrigieren? Könnt Ihr? Dann macht mal!

PS: Der Autor dieses Artikels ist leicht geschädigt, durch Eltern. Die ihm verbieten wollen, das Kind im Sprachunterricht mündlich aktiv werden zu lassen. Genießen wir Sprachen in Zukunft also in aller Stille. Ich bin durch …

PPS: Wenn Ihr dreimal mit einem Ja geantwortet habt und meinen Metaphern nichts abgewinnen könnt, dann seid Ihr die berufliche Superwoman oder der Superman! Touché! Wir sehen uns im Cockpit!

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