Monsterklo.

Bei 35°C in der hiesigen Haupstadt Berlin bleibt einem doch eigentlich gar nichts anderes übrig, als schwitzend, alle Fenster auf Durchzug, vor der Röhre zu sitzen und dem Untergang des Kosmos beizuwohnen, medial versteht sich: Roter Riese, rauchende Erde, expandierendes Universum, schwarze Löcher, Gammablitze, das Ende. Und es erfolgt eine Unterbrechung. Angst. Mal wieder. Feiernde Monster in der Kloschüssel. Party. Hüpfend. Siegessicher. Der normale WC-Stein – ein Umstand, eine Fliege. Unbedeutend. Aber Obacht, etwas neues! Angst (Fliegt meine Kloschüssel heimlich still und leise HINTER meinem Rücken gleich in die Luft?). Rotierendes Gel. Die grünen Männchen in der Schüssel in Chaos. Abwehr. Überraschung. Vernichtung. Aus. Schüssel – rein. Monster – hinüber. Meine Kloschüssel – immer noch am Platze. Gefühl: Wo sind sie?

Mitteilung an die Werbewirtschaft:
Wenn ich Monster in meiner Kloschüssel finden möchte, würde ich nach zehn hellen Hefen ein klärendes Gespräch mit der Spülung anberaumen und, der Sicherheit halber, noch ein paar saure Äpfel hinterher kippen. Denn nur so sollte ich mich auf dem Niveau einfinden können, auf dem der Kunde gesucht wird. Und dies seit Jahrzehnten!

Mitteilung an mich:
Du mußt ein schwarzes Loch in Deiner Kloschüssel installieren.

Ende.

aufgesammelt nr. 246

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.

Epikur von Samos [Griechischer Philosoph]

Epikur hatte eine noble Idee, mir jedoch der Glaube fehlt. Ich meine, es ist das erste mal, daß ich den Weisen die Rote Karte zeige, und der Realität gegenüberstehend feststelle: Wer braucht Freunde?

Alter Schwede!

Am gestrigen Tage hatte ich wieder die Ehre, meine Touristen auf Schloß Drottningholm zu führen, was an sich recht angenehm ist, weil das Schloß bei weitem nicht so überrannt wird wie das Schloß in der Altstadt, allerdings ist die Sortierung der unterschiedlichen Besitzer des Schlosses und seiner Regenten recht anstrengend, man muß aufpassen, welchen Namen man mit welcher Ordnungszahl in Verbindung bringt, bzw. ist es wichtig, die Zwischennamen den richtigen Vornamen zuzuordnen. Denn wir hätten da unter anderem die Königinnen >>>  Hedvig Eleonora av Holstein-Gottorp, >>>  Ulrika Eleonora, född prinsessa av Danmark, drottning av Sverige und nicht zu vergessen Königin >>> Lovisa Ulrika av Preussen. Die Damen waren natürlich nicht einsam, so daß man auch die dazugehörigen Kinder und Ehemänner im Köpfchen haben sollte, als da u.a. wären: >>>  Kung Karl X Gustav av Sverige, >>>  Kung Karl XI av Sverige und  >>> Kung Karl XII av Sverige. Gott sei Dank wird die ganze Riege an Karls zwischendurch aufgelockert, >>> Kung Adolf Fredrik av Sverige bringt ein bißchen Abwechslung auf die Zunge.

Und nachdem man wieder einmal heil aus dieser Führung herausgekommen ist, ohne dabei die Zunge über den Jordan zu schicken (erst das Ganze auf Schwedisch, dann auf Deutsch), und man frank und frei mit der Gruppe am Schloßtheater entlanglief, um zum Busse zu gelangen, da passierte es wieder (ich war gerade dabei, mir vor meinem geistigen Auge auf die Schulter zu klopfen) – es wurde eine Frage gestellt: “Woher kommt eigentlich …?” Nun denn, bis zum “eigentlich” hatte ich mir nichts böses gedacht, vielleicht würde etwas wie “… der Name Drottningholm?” oder “der Name Chinaschloß?” nachgefragt. Nein, diesmal sollte es rein gar nichts mit dem Schloß zu tun haben, es war einfach die allgemeine Frage:

Woher kommt eigentlich die Redewendung “Alter Schwede”? 

Schade, ich bin leider kein etymologisches Wörterbuch, vielleicht werde ich irgendwann mal eines, aber gestern war an dieser Stelle dann Schluß mit lustig. Dem Fragenden mußte ich leider eine Antwort schuldig bleiben, habe aber inzwischen, wenn auch zu spät, die Lösung gefunden. Und da das Internet ja auch einen Bildungsauftrag hat, will ich meine Recherchen zu dieser Redewendung auch gar nicht vorenthalten.

Des Rätsels Lösung also ist, daß der Begriff “alter Schwede” nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges aufkam. Die Schweden waren ja unter dem König >>> Gustav II. Adolf u.a. bis nach Bayern vorgedrungen, wurden allerdings später von >>> Wallenstein zurückgedrängt. Jedoch waren die Schweden recht renitent und kampferprobt, so daß sie nach dem Krieg von >>> Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg, der später in den Nordischen Kriegen gegen das schwedische Königreich kämpfte, für sein Heer als Ausbilder angeworben wurden. Durch ihre erfolgreichen Methoden vor allem in Bezug auf den Drill der Soldaten, verschafften sich die Schweden Respekt bei den Männern von Friedrich Wilhelm und wurden kurzerhand einfach nur noch “die alten Schweden” genannt. Die positive Konnotation hat sich bis heute gehalten, zumeist wird diese Redewendung ja z.B. als freundschaftlicher Anruf angewendet bzw. als Ausdrucksmittel von Bewunderung als auch positiver Überraschung benutzt.

Tja, nun weiß ich es, und hoffe, daß diese Erklärung ein Weilchen im oberen Stübchen sitzen bleibt. Sie könnte sogar noch ein bißchen Platz machen, ich warte eigentlich bei jeder Führung darauf, daß man mich nach den “schwedischen Gardinen” fragt. Ich hatte die Erklärung dafür schon einmal erforscht, aber sie ist mir unerlaubterweise abhanden gekommmen. Das mit den grauen Zellen ist eben doch eine schwierige Sache.

PS. Feierlich verspreche ich an dieser Stelle, es zu unterlassen, solch historische Erklärungen fortlaufend und kontinuierlich in meinen Blog zu setzen.

PPS. Ich habe einfach google.de zu meinen Recherchen benutzt, Suchbegriff: >>> Etymologie “alter Schwede”.

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