Was haben wir in den Ferien gemacht?

Wir waren in der Stadt. Und wir haben geschlafen. Wir haben gebadet. Man war bowlen.

Tja, nun sitze ich hier noch leicht im Schockzustand, mich fragend, was mit der Jugend heutzutage los ist.  Irgendwie hatte ich mir da ein bißchen mehr Action von meinen Schülern erwartet. Macht man keine Schneeballschlachten mehr? Genug Schnee liegt doch! Kino? Freunde treffen? So etwas in der Art!?! Sie durften sogar auf Schwedisch, nicht einmal Deutsch war gefordert. Und unruhig waren sie, als hätten Wespen ihre Hintern bevölkert. Herrje. Naja, was soll es – wir haben alle den ersten Tag nach den Ferien überstanden, auch wenn sich gegen 14 Uhr Schlafstimmung breit machte, mit einem Schlag freilich, Wechsel der Extreme, die Sonne fing nämlich mit ihrem Sinkflug an, was dazu führte, daß ich auf dem Weg gen Falun um kurz vor vier in eine tiefrote Landschaft blickte, zusammen mit weißem Schnee, glitzernden Bergen und reflektierenden Bäumen. Schade, daß der Busfahrer das Licht nicht ausgemacht hat, sonst wäre sicherlich eine wunderbare Aufnahme aus dem fahrenden Bus gelungen. Aber, letzte Chance ist ja nicht vorbei, im Schnitt dauert die Dämmerung im Moment drei Stunden, da wird sich doch hier oder dort noch eine Möglichkeit bieten, dieses Spektakel auf Papier zu bringen, und wenn ich wieder die Schanze hocheiere.

Nun allerdings heißt es wieder: Stunden vorbereiten. Meine Neunte wird morgen wieder mit dem Perfekt gequält, ich werde ihnen genau dieselbe Frage stellen wie der Achten heute, allerdings müssen sie morgen schreiben, viel schreiben, in Perfektform. Vorher allerdings werden wir nochmal besprechen, sehr ausführlich, was ein Substantiv ist und warum man das im Deutschen groß schreiben muß, denn wenn es schon eine grußmutter sein soll, dann doch aber bitte mit großem Anfangsbuchstaben. Deswegen halte ich auch sogleich meine Klappe, obschon ich ja eine Menge zu Hessen zu sagen hätte, denn als ich heute früh vor dem Busfahren die Info las, es würde nichts mit einer SPD-Ministerpräsidenten, da kippte mir fast der Kaffee vom Tisch in die Blumen – es ist nämlich alles nicht mehr zu fassen. Aber das ist es ja auch nicht mehr mit dem ICE, Tiefensee, den Finanzen, dem Benzinpreis und hat man nicht gesehen. Doch die Zeit zum Debattieren, ich habe sie nicht, ich habe sie nicht. Bedauerlich. Vielleicht würde eine zusätzliche Woche Ferien Abhilfe schaffen???

4 Gedanken zu „Was haben wir in den Ferien gemacht?“

  1. Die US-Wahlen, da war doch was … na Gott sei Dank isset nu vorbei!!!

    mormor/farmor heißt Großmutter. Mormor für die Oma mütterlicherseits, farmor für die Oma väterlicherseits. Ist doch einfach! :mrgreen:

    Und, Katja, wat denkst Du eigentlich von mir??? Daß ich mit dem Gewehr im Klassenraum stehe??? Oder die Peitsche bei jedem zweiten Wort gegen die Tafel knallen lasse??? NIEMALS. Also bisher gehe ich als DER deutsche Lehrer durch, der eigentlich ganz locker ist, aber auch anders kann, wenn sie aufdrehen. Für den Anfang eigentlich doch ganz gut!

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  2. Mein Herz, Du hast in der Aufregung die US-Wahlen vergessen…nun gut.

    Ich lese, Du wirst im Schüler quälen immer besser und effektiver…Perfektform schrecklich…da wird mir ja sogar ganz übel. Die armen, kleinen Schülerlein…und dann meckerst Du auch noch an der grußmutter rum…ich weiß nicht mal, wat Oma auf Schwedisch heißen könnte…geschweige denn wie es sich schreiben würde…

    Sei mir mal lieb gen Norden gegrüßt und lass immer mal etwas Milde walten 😉 (auch wenn’s schwer fällt…ich seh’s ja ein)…das kommt aber gut an…

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