Ein schwedisches Wort – nr. 13 … aufgelöst

Nun, nach drei erhaltenen Emails wollen wir diesen komischen F-Wörtern mal auf den Grund gehen und ihre Bedeutung näher beleuchten – Gabi, whis42per und Schwesterherz, ihr habt einen guten Job gemacht!!! Ich bin beeindruckt!!!

Fickboken söker ficklampan, eller fiket, eller fika?
Das Taschenbuch sucht die Taschenlampe, oder das Café, oder Kaffeetrinken?

Alle drei Einsender erkannten in fick also eine Verbindung zur Tasche, folgerichtig hat dies rein gar nichts mit mechanischen Verbindungsvorgängen zwischen Lebewesen zu tun. Und fika ist eine Volkssport in Schweden – trinken die Schweden doch den meisten Kaffee auf der Welt (nach Pro-Kopf-Verbrauch).

Och varför fick Pippi Långstrump en häst?
Und wieso bekam Pippi Langstrump ein Pferd?

Tja, hier hatten, außer whis42per (und deswegen unterstellte ich ihr ein Telefonat mit dem Schwedischen Hofe), alle ihre Probleme. Denn diesmal kann fick wohl nicht als Tasch-XXX auftreten, machte es doch keinen Sinn! Natürlich habe ich es darauf angelegt, für ein bißchen Verwirrung zu sorgen, was mir auch gelungen ist, so whis42per meinte: „Denn mit den ganzen konjugierten und deklinierten Gemeinheiten…geht das ja gleich doof los“. Und meine Schwester fügte an: „Bin ja der schwedischen Grammatik nicht mächtig“. Genau. Denn eigentlich heißt das Verb att få – bekommen. Ich wollte es ja nicht zu einfach machen, nicht wahr!?! Fick ist dann das einfache Präteritum.

Varför finns det inga fickklockor hos IKEA?
Wieso gibt es bei IKEA keine Taschenuhren?

Genau, nun haben wir wieder die Tasche zusammen mit Uhren, also die Mehrzahl: en klocka (eine Uhr) – klockor (Uhren).

Och varför fick jag inga fickpengar?
Und wieso bekam ich kein Taschengeld?

Noch Fragen??? Pengar ist Geld, so wird also aus der Tasche und dem Geld das Taschengeld.

Hmmm, trots allt – jag behöver mer fickor!
Trotz allem, ich brauche mehr Taschen!

Und nun haben wir endlich unsere ficka – Tasche. Und da ich aber mehr als nur eine brauche: fickor – Taschen.

Och Romeo fick sin Julia.
Und Romeo bekam seine Julia.

Und glücklich sind, nein, waren sie beide, wenn auch nur für eine kurze Zeit,

So man also sieht, fick ist vor allem entweder ein Verb im Präteritum oder meint einfach nur, daß irgendwas mit der Tasche zu tun hat. Deswegen soll man sich nicht schämen, dieses Wort freimütig im Schwedischen anzuwenden, die Gefahr gesellschaftlicher Ächtung droht einem nicht – es sei denn, man bastelt sich ein fickhäst zusammen oder meint, man könne sich IKEA in die ficka stecken.

So hoffe ich, die Suchenden hatten ein bißchen Spaß an der Suche, und ich gebe Gabi recht wenn sie meint: „Aber einen kleinen (schönen!!!) Preis habe ich doch wohl verdient, oder?!“ Den habt ihr Euch alle verdient – und deswegen sage ich nun einfach:

Jag är jättestolt över er!

8 Gedanken zu „Ein schwedisches Wort – nr. 13 … aufgelöst“

  1. >>>>>>Naja, und Spanisch, und Englisch, und Franz. und Italienisch, naja, das spricht ja fast jeder

    Hach ne, diese multikulturelle Jugend heutzutage!!

    Meinereine versteht gut, aber spricht schlecht Englisch,
    konnte mal richtig gut Französisch,
    hat zeitweise die lebenswichtigen Dinge in NeuGriechisch regeln können
    und versteht sich aus GroßenLatinumsGründen so ein bißchen durchs Italienische und Spanische zu mogeln.

    Aber das war’s dann auch schon!

    Schade eigentlich!

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  2. Öhhh, gute Frage, habe damit vor vier Jahren angefangen – weil ich andauernd Urlaub hier gemacht habe – und ich gerne ein paar Wörter sprechen wollte. Naja, und Spanisch, und Englisch, und Franz. und Italienisch, naja, das spricht ja fast jeder, aber Schwedisch 😯 😈 😯

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  3. Nich wahr, man muß doch die Suppe so lange wie möglich fernhalten.

    Hm, und meinen Sie nicht, wenn ein Taschenbuch nachts gelesen werden möchte, daß es dann eine Taschenlampe braucht???

    Ja, wenn man mal so ein bißchen reingeschnuppert hat, also in die schwedische Sprache, dann geht das doch alles! Oder? Sollte ich das gelegentlich in dieser Form wiederholen, es wird schwieriger – dat verspreche ich!

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  4. Daß ich so gut Schwedisch kann, war mir ja bis heute garnicht klar!!
    :))

    Wobei…daß nun tatsächlich das Taschenbuch die Taschenlampe sucht…das ist ja schon nicht mehr HP, das ist nichtmal Astrid, das ist ja schon eher Grimm!!
    :))

    Aber machense det ruhig öfter, Herr Renke…da bleibt das olle Hirn fit und is noch nüscht mit Suppe!
    🙂

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