Ein schwedisches Wort – nr. 9

Vilket svineri!

Tja, genau dies dachte ich nämlich, nachdem ich heute früh von meiner Küch‘ aus in den Raucherraum sah und erblicken mußte, daß nach den allmittwöchlichen Partykrawallen dieser aussah, als hätten zehn Kühe in diesen reingereiert. Augenscheinlich wurde wieder mal mit Lebensmitteln gespielt, auf den Tischen getanzt und halbvolle Getränkegläser als Aschenbecher benutzt. Die Zigaretten drückte man an der Wand aus. Und daher einfach nur die Feststellung:

Was für eine Sauerei!

Nur in die Ecke uriniert, das unterließ man diesmal – wahrscheinlich war der reine Alkoholgehalt in Prozent mittenmang der Hirnflüßigkeit nicht mehr auf das entsprechende Niveau gebracht worden. Ob man dafür dankbar sein sollte?

Ein schwedisches Wort – nr. 8

Grattis på födelsedagen!

Tja, aus gegebenem Anlaß sah ich mich gezwungen, heute einfach mal drei neue Wörter vorzustellen, denn in der deutschen Hauptstadt wird heute gefeiert bis der Zoo rockt und die Elefanten das Fliegen lernen – den lilla isbjörnen Knut hat nämlich Geburtstag.  Ein Jahr ist er nun alt, auch wenn ich bezweifle, daß das  Diminutiv Knutchen oder gar Knütchen noch zeitgemäß sein sollte, der Flitzebär hat die 100 kg inzwischen weit überschritten. Dennoch wollen wir von hier oben aus gratulieren und sagen:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Dann wird ja wenigstens endlich mal wieder für einen Tag der volle Durchknall-Knutwahnsinns-Hype einsetzen – ob das gutgehen wird???

Ein schwedisches Wort – nr. 7

Vilket jävla skit!

Das wäre heute dann mal wieder eine Wendung aus dem Fachbereich gekonnt auf Schwedisch fluchen und bedarf doch eigentlich keiner Übersetzung mehr, oder? Skit hatten wir ja schon in einem anderen Zusammenhang, vilket kann man mit was oder welch/e übersetzen. Jävla benutzt der Schwede so inflationär wie der Ami sein fuck (also in Amerika ist ja inzwischen alles nur noch fucked up), ins Deutsche übersetzen wir das mit verdammt, so daß nach dieser kleinen Übersetzungsstunde nur rauskommen kann:

Was für/Welch eine verdammte Scheiße!

Und es sei darauf hingewiesen, daß es zwar nicht zum guten Ton gehört, diese Wendung nun ausgerechnet in der Stockholmer Oper zu benutzen, im alltäglichen Leben allerdings stellt dies absolut kein Problem dar. Man möge jedoch bitte als Deutscher SK wie eine Mischung aus ch und sch aussprechen, und nicht wie SK bei Skat. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ein schwedisches Wort – nr. 6

en expedition – eine Expedition

ABER:

Was tut man in einer Schule, in der man als Vertretungslehrer  zur expedition geschickt wird? Wenn ein öffentliches Gebäude betritt und von expediton zu expedition weitergereicht wird? Wenn man an unendlich vielen Geschäftshäusern zu lesen hat: expedtion? Soll man dann annehmen, die Schweden gehen unaufhörlich auf Forschungsreisen oder wanderten gar überdurchschnittlich gerne? Oder wird, wie dem deutschen entsprechend, alles nur noch in Versandabteilungen gelebt und beschäftigt?

Nein, denn das schwedische expedition meint auch:

Sekretariat, Büro, Lokal, Amt

Fast schon also ein falscher Freund – wenn man nicht weiß, was dahinter steckt. So man in Schweden also zur expedition geschickt wird, muß man nicht Angst haben, auf Forschungsreisen in den kalten hohen Norden aufbrechen zu müssen.