Ein schwedisches Wort – nr. 32

påsk – Ostern

Ja, nun ist es wieder soweit, ein weiteres Fest mit freien Tagen rast auf uns zu, die Arbeit ruht, man macht nichts Sinnvolles und liegt faul in der Ecke herum, oder nicht? Aus diesem Grund dachte ich mir, genauso wie bei meinen Schülern, wir lernen hierzu noch etwas – sprachlich eben. Denn Ostern ist ja nicht nur Ostern, nein, sondern da gibt es ja noch ein zwei Sachen herum, die man wissen sollte. Da gäbe es nämlich den in Deutschland allseits beliebten Osterhasen, auf Schwedisch Påskharen genannt, der hier allerdings nicht wirklich von Bedeutung ist. Dafür hat man hier die Osterhexe, auf Schwedisch Påskkärring, die allerdings weder auf dem Scheiterhaufen landet noch durch die Lüfte saust. Nein, vielmehr verkleiden sich die Kinder in Schweden als eine solche, laufen von Mensch zu Mensch, verschenken kleine Osterkarten und erwarten, wie immer eigentlich, im Gegenzug Süßigkeiten. Dennoch kennt man auch in Schweden das Osterei, also das Påskägg, meine Schüler allerdings bestritten vehemmt, sie würden noch welche selber basteln. Auch mein Einwand, die Familie würde sie hierzu vielleicht zwingen, unter Androhung ernsthafter österlicher Konsequenzen, wurde abschlägig beschieden. Völlig unbekannt ist in Schweden der Osterspaziergang, daher gibt es hierfür keine direkte Übersetzung, und ich will jetzt auch nichts basteln. Das Osterfeuer, auf Schwedisch Påskeld, ist in Schweden durchaus bekannt, jedoch ist nach Aussage einiger Faluner Einheimischer in unserer Gegegend völlig ungebräuchlich, man sollte es doch vielleicht mal im Süden von Schweden versuchen, wo man näher an den Deutschen dran sei. Uns hingegen ist das Påskmus fremd, das eigentlich nichts anderes als das >>> Julmust ist und dem Renke GAR NICHT schmeckt. Und obschon doch die Deutschen und die Schweden zumindest in der Sprache durchaus einige Gemeinsamkeiten haben, was die Osterfeiertage und deren Bezeichnung angeht, da schlittern wir völlig auseinander, denn Gründonnerstag wird hier Skärtorsdagen genannt, Karfreitag wird zum Långfredagen. Was wir dann Ostersonnabend nennen, wird hier zum Påskafton, der Ostersonntag zum Påskdagen, der Ostermontag zum Annandag påsk. Und wer nun an dieser Stelle vor lauter Påsk nicht mehr aus den Augen gucken kann und die Übersicht verloren hat, dem sei versichert, dies alles macht nichts, denn, man sollte sich vielleicht diesen einen Satz merken, weilt man mal in Schweden, zu Ostern, und will nett zu seinen Mitmenschen sein:

Frohe Ostern!

Glad påsk!

Und dies wünsche ich nun abschließend meinen Lesern auch, mögen alle ein bißchen Ruhe und Kraft finden, was dann nichts anderes heißt: Immer schön faul in der Ecke liegen!

Ein schwedisches Wort – nr. 31

ingenting – gar nichts, nix, überhaupt nichts

Ja, so einfach ist das, GAR NICHTS – mein heutiger Schlachtruf! Ich nutze nämlich den Freitag zum Faulenzen. Bei Sonne und einer Temperatur, die leicht über null liegt. Und jeder, der micht fragt, was ich tue, der kriegt einfach obiges Wort an den Kopf geknallt. Ohne Umschweife und Gewissenbisse. So merke man sich: schreibt der Renke irgendwo ingenting, dann meint er wirklich nix, also gar nichts, überhaupt nichts! Oder gibt es noch Fragen?

Ein schwedisches Wort – nr. 30

veckodagarna – die Wochentage

Ja, liebe Leser, hier und dort schmeißt der Herr Renke ja inzwischen nun doch mit diversen Wochentagen um sich, vor allem die SOFA muß sich damit regelmäßig auseinandersetzen. Und auch wenn die meisten Wochentage im Deutschen dem Schwedischen ähnlich beikommen, bzw. umgekehrt, gibt es hier und dort kleine Unterschiede:

  • Måndag = Montag
  • Tisdag = Dienstag
  • Onsdag = Mittwoch
  • Torsdag = Donnerstag
  • Fredag = Freitag
  • Lördag = Samstag/Sonnabend
  • Söndag = Sonntag

Wie man deutlich sehen kann, unterscheiden sich vor allem der Mittwoch und der Sonnabend, was einfach mit der Geschichte, im engeren Sinne auch mit der Religon zu tun hat. So wurde im Deutschen für den Mittwoch nicht eine vorchristliche Gottheit ausgewählt, wie im Englischen (wednesday; Gott Wodan) oder eben auch im Schwedischen, sondern er wurde einfach als der Tag in der Mitte einer jeden Woche festgelegt. Im Schwedischen hingegen erinnert der Onsdag an den nordischen Gott Oden/Odin (südgermanisch Wodan), der so also einen festen Bestandteil im Leben in Form eines Wochentages fand.

Wenn der Renke also mal wieder einen trevlig torsdag wünscht, dann meint er einfach nur, einen schönen Donnerstag!

Ein schwedisches Wort – nr. 29

en flinga – eine Flocke

Ja, meine lieben Leser und Leserinnen, flinga ist also eine Flocke. Und wieso ist das nun wichtig??? Na wenn Sie hier über Flocke sprechen wollen, dann müssen Sie schon das schwedische Wort wissen. Denn, das kleine Nürnberger Eisbärenmädel, was ja nie den Knut lieben werden darf, da der angeblich >>> schwul ist,  heißt hier ganz hochoffiziell Flinga, wie das >>> Aftonbladet  gestern mitteilte. Sie können selbstverständlich auch andere Flocken meinen, Schneeflocken = snöflingor. Brauchen Sie aber wahrscheinlich diese Saison nicht mehr, Winter ist wohl abgeschafft. Da müssen Sie flinga über flingan (die Flocke) zu flingor (Flocken) deklinieren. Aber wie gesagt, vermutlich brauchen Sie das diesen Winter nicht mehr. Und was die Deklination im Schwedischen angeht, das wäre auch noch ein bißchen zu viel des Guten, wir wollen ja nicht gleich Überanstrengung betreiben. Denn die ist selbst dem Renke zuweilen immer noch unheimlich, verdächtigt und absurd. Das sind doch die besten Voraussetzungen, um eine Fremdsprache zu lernen!

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